Zwischen Stabilität und Krise: Die Rolle der EZB

Shownotes

Willkommen zur ersten Folge im neuen Look!

Und dafür hätten sich Alexander Lorz und Anja Marell keinen besseren Gast wünschen können als Prof. Dr. Jürgen Stark – ehemaliger Chefvolkswirt und Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB).
Gemeinsam sprechen sie über die Macht und Verantwortung von Zentralbanken in wirtschaftlich turbulenten Zeiten:

Welche Aufgaben hat die EZB eigentlich wirklich?
Wie findet eine Zentralbank den „richtigen“ Zinssatz?
Welche Instrumente gibt es, um Inflation zu bekämpfen?
Wie beeinflussen sich Politik und Zentralbanken gegenseitig?
Und: Wie ist die Rolle der EZB rückblickend auf die letzten Jahre zu bewerten?

Eine spannende Folge über Wirtschaft, Inflation, Zinsen und die Bedeutung von Zentralbanken – verständlich und mit vielen Einblicken aus erster Hand.

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00:00:03:

00:00:11: Herzliches Hallo!

00:00:13: Ja, willkommen zurück zu unserem gewohnten Podcast.

00:00:18: jetzt die hundert- und erste Folge.

00:00:20: Das letzte Mal hatten wir die hunderte Folge aber ihr seht Wir machen ungebrochen weiter Und auch diese eine der erste folgen ist eine besondere aus verschiedenen gründen.

00:00:32: fangen wir doch mal mit den Äußerlichkeiten an.

00:00:35: Wir sehen anders aus!

00:00:37: Das Cover sieht etwas anders aus.

00:00:39: Bei uns ist nicht mehr so viel Hoffnung hier.

00:00:42: Gut, es verändert sich schon im Laufe der Jahre auch aber wir hoffen das Cover verändern sich zum Besseren.

00:00:48: Da haben wir jetzt einfach gedacht, dass ist ein guter Zeitpunkt um ein etwas moderneres Outfit nach vierenhalb, nein nicht vier und halb ist falsch, etwas mehr als vier Jahren dem Cover zu geben.

00:00:57: Und bei der Gelegenheit an einer Stelle, die Stimme von mir ist jetzt die gleiche.

00:01:02: Der Mensch ist auch die Gleiche aber der Name ist ein anderer.

00:01:05: Ja und das musst du jetzt natürlich auch noch erklären.

00:01:07: also wir sehen nicht nur anders aus Wir heißen jetzt auch noch anders jedenfalls die Hälfte von uns.

00:01:12: Jetzt trägt der Podcast was mich angeht einfach meinen Autorinnen Namen Aber ansonsten ändert sich nichts.

00:01:20: Also dein Künstlernamen könnte man sagen.

00:01:23: Ja, das finde ich immer.

00:01:24: So nennt man das wohl ... Ich glaube, das ist die offizielle Bezeichnung im Ausweis?

00:01:29: Also den Namen gibt's schon mal und alles andere kommt langsam in die Welt und in die Sichtbarkeit.

00:01:35: aber für den Podcast hier ist es einfach nur eine Erklärung dass wer wem aufgefallen ist.

00:01:40: ja was ist das denn?

00:01:41: jetzt hatte Alexander hat ne neue Podcasterin und sie hat sich nicht mehr verabschiedet bei der hundertsten Folge Und dann siehts auch noch aus wie die Alten merkwürdig.

00:01:51: Okay, und dann lass mich die Gelegenheit nutzen.

00:01:54: Herzlichen Glückwunsch!

00:01:55: Heute ist was Neues passiert?

00:01:58: Ja in der Tat ich habe sozusagen noch eine Aufgabe, noch ein Mandat dazu bekommen ... mit dem Amt als hessischer Finanzminister ja schon irgendwie verknüpft ist, dass eine ganz großartige neue Aufgabe ist.

00:02:13: Aber sicher auch noch eine Menge zusätzlicher Arbeit.

00:02:16: Ich darf seit heute Mittag – jetzt müssen wir natürlich noch offenlegen, dass der Podcast am zwölften Mai aufgenommen worden ist – ich darf seit heutem Mittag den Aufsichtsrat der Fraport vorsetzen also des Frankfurter Flughafens.

00:02:31: Weil du nicht genug zu tun hast?

00:02:33: Aber gleichzeitig ist das natürlich.

00:02:34: Wie es bei Finanzministern so ist.

00:02:36: Eine mega spannende Aufgabe, die du dich sehr freust.

00:02:40: Einen super spannenden Aufgabe.

00:02:42: Ich fand Luftverkehr schon immer faszinierend!

00:02:46: Nicht in Sichtweite, aber nicht weit weg vom Frankfurter Flughafen aufgewachsen.

00:02:50: Er prägt diese Region und ich bin natürlich auch mit ihm groß geworden.

00:02:55: Und ja deswegen... Das ist fast so die Erfüllung eines Kindheitstraums.

00:03:01: also wenn man davon absieht dass man als Kind jetzt nicht davon träumt irgendwo Aufsichtsrat zu werden Aber sich jedenfalls mal mit diesem Flughafe näher auseinandersetzen zu dürfen, hinter die Kulissen auch schauen zu dürfen das ist eine tolle Sache.

00:03:14: Versprechen damit jetzt auch schon, dass wir sehr bald auch da zu dem Thema dann einfach eine Folge machen.

00:03:19: Damit wir unsere Hörer mitnehmen und es ist ein neues Feld wo ich auch über dich und durch dich wieder etwas lerne wovon wenig bis gar nichts verstehe und das ist fast schon die perfekte Überleitung zu heute.

00:03:31: Ja,

00:03:32: fast!

00:03:32: Wir sollten euch noch dazu sagen also wir reden natürlich nicht über mich sondern wir reden über Politik das heißt wir reden auch über Deutschland über Hessen Frankfurt als Luftverkehrsstandort was das für politische Herausforderungen darstellt.

00:03:48: im Moment ist ja auch gerade jedenfalls mal die Rücknahme der letzten Erhöhung der Luftverkeerssteuer in der Debatte der Ministerpräsident hat dazu gesprochen brauchen im Bundesrat, ich werde vielleicht auch noch dazu sprechen.

00:03:59: Aber da gibt es noch viele andere Themen in dem Bereich und dann machen wir eine eigene Folge draus aber nicht heute.

00:04:04: Heute machen wir was anderes?

00:04:05: Heute machen wird etwas das dem Finanzminister noch unmittelbar näher liegt nämlich die Frage ja was ist das eigentlich auch nicht nur Finanz sondern vor allem auch Geld-und Währungspolitik.

00:04:19: und wenn wir in Deutschland von Währungspolitik reden Dann reden wir natürlich von der Währung, die wir haben.

00:04:24: Von der europäischen Gemeinschaftswährung dem Euro und den Euro stabil zu halten das ist auch eine Anforderung einer Herausforderungen.

00:04:35: deswegen haben wir uns heute einen Gast eingeladen und ich freue mich total, dass er eingewilligt hat diesen Podcast mit uns zu machen.

00:04:44: Denn er stand für Jahre wie kein anderer für diesen Gedanken der Stabilität des Euro.

00:04:51: Er hat sich hauptberuflich damit beschäftigt und ich hatte die Freude und die Ehre dafür vor wenigen Wochen auch das Bundesverdienstkreuz zu verleihen.

00:05:02: Und bei der Glegenheit habe ich gedacht jetzt verhaft ich ihn gleich weil das Thema einfach so spannend ist.

00:05:10: Wen haben wir hier?

00:05:11: Wir haben natürlich einen Doktor der Wirtschaftswissenschaften, also jemanden, der das sozusagen von der Pika auf gelernt und studiert hat... der im Bundeswirtschaftsministerium gearbeitet hat.

00:05:24: Im Auswärtigen Dienst, im Bundeskanzleramt immer in diesem Bereich internationale Geldwährungs- und Finanzfragen.

00:05:33: Er war – was man dann löffig einen Scherpa nennt bei den großen G seven, G acht Wirtschaftskipfeln?

00:05:42: Und dann irgendwann ist er von der unmittelbaren Politik weggegangen zu... Bank, er war Vizepräsident der Bundesbank und ist von dort dann zur Europäischen Zentralbank gewechselt.

00:05:58: Da war er Chefvolkswirt für insgesamt fünf Jahre und hat sich den Spitznamen Mr.

00:06:05: Euro erworben weil er eben für diese Frage Stabilität des Euro gerade in der Anfangsphase des Euro in besonderer Weise eingestanden hat mit seinem Namen Und dieser Name ist, herzlich willkommen Professor Jürgen Stark.

00:06:20: Vielen Dank für die Einladung!

00:06:22: Ich bin sehr gerne hierhergekommen.

00:06:23: Ja und es ist sehr schön dass wir uns heute mit Ihnen unterhalten dürfen und ich habe mir gesagt natürlich ist das.

00:06:30: wenn man also wie gesagt Mr.

00:06:31: Euro zu Gast hat ist das natürlich die erste Frage Warum ist das eigentlich so wichtig?

00:06:35: Warum

00:06:36: haben Sie sich dafür eingesetzt, dass der Euro – es gab lange Debatten um die Einführung der Europäischen Gemeinschaftswährung – stabil gehalten werden muss.

00:06:48: Eine stabile Währung ist ein Wert an sich.

00:06:52: In einer stabilen Währungen entsteht nicht automatisch, sondern dafür muss man arbeiten und dafür braucht man auch eine breite gesellschaftliche Unterstützung.

00:07:02: Warum brauchen wir überhaupt Preisstabilität, warum brauchen wir eine stabile Währung?

00:07:08: Es gibt eine interessante und wirklich tragfähige ökonomische Erklärung.

00:07:15: Nämlich das durch stabile Preise oder ein stabiles Preisniveau wichtige Signale in die Gesellschaft gehen und wichtige Signalen natürlich auch in die Wirtschaft.

00:07:28: Denn stabile preise, ein stabiles Preisnivog erleichtert die Kalkulation von Aufträgen, gibt also mehr Sicherheit.

00:07:38: Man weiß in welchem Rahmen man sich bewegt – wir haben das ja vor einigen Jahren im Zusammenhang mit der Pandemie erlebt, dass bestimmte Preise nach oben geschossen sind, im Augenblick erleben wir das auch wiederum in bestimmten Segmenten.

00:07:52: Das erschwert die Kalkulation für die Unternehmen bei der Unterbreitung von Angeboten zum Beispiel.

00:07:59: aber jeder Bürger und jede Bürgerin spürt eine höhere Inflationsrate in ihrem Portemonnaie.

00:08:07: es eine Geldentwertung gibt, dass die Kaufkraft der Währung schwindet mit einer höheren Inflation.

00:08:15: Das heißt ich kann mir nicht mehr so viel leisten weil die Löhne möglicherweise nicht mithalten und ich muss dann genau darauf achten für welche Zwecke ich meine Ersparnisse oder mein Einkommen ausgebe.

00:08:28: also eine wichtige Signalfunktion Beschäftigten, wichtige Signalfunktion für die privaten Haushalte.

00:08:38: Für die Unternehmen, die auf stabile Rahmenbedingungen hoffen in denen sie kalkulieren können.

00:08:45: das gilt für Haushalten und gilt für Unternehmen.

00:08:49: Nun ist es so dass wir mit der Einführung des Euro darauf geachtet haben Die deutsche Delegation die das verhandelt hat in Brüssel Darauf geachtet hat Das wenn wir eine europäische Währung bekommen, damit war der Name noch nicht klar.

00:09:04: Dass es mal der Euro sein wird, dass die Bedingungen genauso sein müssen wie sie für den D-Markt gegolten haben.

00:09:14: Die D-Markt, die in nineteenhundert und vierzig eingeführt wurde im Zuge der Währungsreformen, die Bestand hatte bis Sie war die stabilste Währung in Europa und aus dieser Stabilität heraus ist ein Stück unseres Wohlstandes mit entstanden.

00:09:37: Während in anderen Ländern, mit hohen Inflationsraten, die Einkommen erodierten also mehr oder weniger sich verflüchtigten immer noch höhere Inflationeraden generiert haben hatten wir im Vergleich zu den anderen Ländern in Europa stabile Verhältnisse Und ich glaube, das ist der entscheidende Punkt auch gesellschaftspolitisch betrachtet.

00:10:00: Dass durch höhere Inflation in erster Linie diejenigen leiden wie unter einer höheren Steuer also eine Inflationsrate wirkt da wie eine Steuer?

00:10:12: Diejenigen Leiden, die geringe Einkommen haben oder die arbeitslos sind im Grunde genommen die sozial Schwächsten werden am stärksten bestraft.

00:10:23: dadurch und insofern hat eine stabile Währung, ein stabiles Preisniveau auch eine ganz wichtige gesellschaftliche Funktion.

00:10:32: Woran kann ich erkennen?

00:10:34: dass eine Regierung oder wer ansonsten weiß was sie da tut?

00:10:40: Und professionell und kompetent dafür sorgt das es stabil bleibt?

00:10:45: Dafür haben wir Zentralbanken.

00:10:49: Dafür haben wir Zentralbanken, die unabhängig gestellt sind von politischem Einfluss.

00:10:56: Das ist die Unabhängigkeit der EZB – es war die Unapängigkeit der Deutschen Bundesbank.

00:11:01: Wir haben eine Unabhänge der Zentralbanken als globales Phänomen, als globale Errungenschaft etwa seit Mitte der Neunzigerjahre.

00:11:14: Bis dahin hatten wir im Grunde genommen nur zwei Zentralbanken oder Notenbanken, die politisch unabhängig waren.

00:11:22: Zwei weltweit – das eine war die Schweizer Nationalbank und das andere war der Deutsche Bundesbank.

00:11:29: Wir haben auch die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve, die auch unabhängig gestellt ist aber nicht in dem Grad unabhangig von politischem Einfluss wie das im Falle Deutschlands Denn die Federal Reserve, die amerikanische Zentralbank ist unabhängig im Rahmen der Administration.

00:11:49: Also niemand aus dem Regierungsapparat der Vereinigten Staaten darf der Federal Reserve Vorschriften machen wie sie ihre Geldpolitik gestalten soll.

00:12:02: Geldpolitik beeinflusst das Preisniveau und letztlich auch die Zinsen.

00:12:10: Sie setzt die Zentralbank, setzt die Zinssätze fest über die dann entschieden wird inwieweit Investitionen getätigt werden können oder getätigt werden und so weiter.

00:12:24: Also das ist ein ganz entscheidender Punkt.

00:12:26: Unabhängig von der Politik warum?

00:12:29: Man hat dies ganz bewusst aus den politischen Prozesse herausgenommen.

00:12:35: Früher waren Zentralbanken bis in die Neunzigerjahre hinein, das war im Frankreich der Fall in Spanien und in anderen Ländern.

00:12:42: Sie waren abhängig von der Regierung.

00:12:45: Das heißt, die jeweiligen Finanzminister – und es gilt nicht mehr für Hessen, es galt auch nie für

00:12:53: die Bundesbank.

00:12:56: Ja, die Landeszentralbank In Hessen war, hatte schon eine führende Funktion vom Zeitpunkt der Währungsreformen, das sind forty-eight.

00:13:10: Als Teil der Bank deutscher Länder bis letztendlich zur Einführung, bis zur Schaffung der Deutschen Bundesbank.

00:13:18: Also dann hat das schon eine bedeutende Rolle.

00:13:21: aber es ist nicht so weit gekommen dass nun der Finanzminister oder die Finanzminister die Zinssätze festgelegt haben und die Zentralbank hatte nur für die Durchführung dieser Politik zu sorgen.

00:13:34: Das war bis Anfang der neunziger Jahre in vielen europäischen Ländern der Fall.

00:13:39: Jetzt erleben wir im Moment gerade vor allem in den Vereinigten Staaten, dass diese Unabhängigkeit angeknappert wird.

00:13:48: Weil manche Politiker der Ansicht sind sie könnten das besser als die Zentralbänke bestimmen was für eine höhe Zinssätze haben sollten.

00:13:57: Und natürlich liegt dahinter immer so eine Erzählung, die so geht.

00:14:03: Naja also wenn wir niedrigere Zinssätze haben dann kurbeln wir doch das Wachstum an.

00:14:07: Dann kann sich die Wirtschaft entfalten.

00:14:10: höhere Zinssetze würden die Wirtschaft im Zweifel ab oder jedenfalls bieten sie die Gefahr.

00:14:17: was ist falsch in diesem scheinbar so einfachen Narrativ?

00:14:21: Wir sehen im Augenblick tatsächlich Gefährdung der Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank durch die Trump-Administration und die Gefahr besteht, dass dies ausstrahlt auf andere Regionen in der Welt.

00:14:34: Das ist der entscheidende Punkt im Grunde genommen.

00:14:38: Immerhin sind ja auch diejenigen, die entscheiden über die Zinsen – nämlich die Zentralbanken Gouverneure oder die Zentralschüsse, also die Zinnsätze festsetzen.

00:14:53: Sie entscheiden unabhängig von der Politik, ich habe das ja gerade dargelegt.

00:14:58: Weil der Orientierungshorizont ein anderer ist als der Politik.

00:15:05: Die Politik denkt kurzfristig maximal bis zum nächsten Wahltermin also maximal in Deutschland oder Europa vier bis fünf Jahre auch in den Vereinigten Staaten relativ kurzfristigt ausgerichtet und die Politik neigt dazu Wahlgeschenke zu verteilen und auch in dem Sinne, dass man niedrige Zinsen verordnet damit die Häuslebauer günstig darlehnen können.

00:15:39: Nur das kann zur Überhitzung führen Impulse gegeben werden für die Volkswirtschaft, dass auf der anderen Seite dieser Impulse nicht die notwendigen Mengen bereitgestellt werden können sondern dies führt zur Teuerung.

00:15:56: Es führt also zu Inflation und deshalb muss dem entgegengewirkt werden.

00:16:01: wir haben jetzt in den Vereinigten Staaten die interessante Konstellation das Herr Trump einen Willfährigen sage ich einmal Kandidaten präsentiert hat Das Amt des Chairman, des zuständigen Committees und des zuständigem Ausschusses bei der Federal Reserve.

00:16:21: Ich kenne den Kandidaten jetzt in einigen Tagen das Amt übernehmen wird persönlich nicht unbedingt sehr gut aber ich kenne ihn persönlich und ich bin der Meinung dass was erwartet wird von ihm von Herrn Trump und seine Administration wird so nicht laufen.

00:16:42: Er ist ein überzeugter Geldpolitiker, er weiß, er kennt die Grenzen der Geldpolitik also das was die Zentralbank tun kann und er weiß genau auch was an den Zentralbanken tun muss um eine Überhitzung zu vermeiden.

00:16:56: wenn zum Beispiel jetzt die Zinsen weiter gesenkt werden gleichzeitig Der Staat massiv sich verschuldet.

00:17:04: Also man sagt dann makroökonomisch alle alle Schrauben gelockert sind,

00:17:10: alle Ventile

00:17:11: aufgedreht sind.

00:17:12: Dann führt dies automatisch zu Instabilitäten, so einer instabilen Volkswirtschaft und am Ende muss es eine Bremsung dieser Entwicklung geben und das kann zum Teil eine scharfe Bremsung sein also mit einer massiven Erhöhung der Zinsen.

00:17:30: Das sollte man vermeiden.

00:17:32: deshalb muss man rechtzeitig gegenwirken.

00:17:35: Lassen Sie es doch mal einen Blick in den Werkzeugkasten eines Zentralwenkers werfen.

00:17:39: Sie haben ja lange genug sozusagen selbst das Werkzeug in der Hand gehabt,

00:17:44: wie

00:17:44: macht man das eigentlich?

00:17:45: In so einer Notenbank also Wie kriegt man raus was der passende Zinssatz ist?

00:17:52: ich meine irgendwie ein bisschen inflation ist ja doch immer dabei.

00:17:55: Die ECB sagt er sogar ganz offiziell zwei prozent inflation.

00:17:59: dass wir eigentlich so das ziel.

00:18:01: erstens mal warum wählt man ein solches Ziel und wie kalibriert man sozusagen dann die Instrumente, die man hat um das zu erreichen?

00:18:10: Das ist eine sehr gute Frage.

00:18:11: Die geht nun wirklich in die Tiefe.

00:18:15: Ich kann nicht die gesamte Funktion der Zentralbank jetzt durchdecklinieren.

00:18:20: Aber entscheidende Punkt zum Beispiel europäische Zentralbanken hat Hundertfünfzig bis Hundertachtzig Top Ökonomen Volkswerte die alle Informationen sammeln, die notwendig sind um Entscheidungen vorzubereiten.

00:18:37: Also was wird erwartet bei künftiger Wirtschaftsentwicklung?

00:18:43: Wie wird das wirtschaftliche Wachstum sein?

00:18:45: Wie verhält es sich mit der Arbeitslosigkeit und mit der Beschäftigung?

00:18:49: Wir sehen die Importpreise.

00:18:50: wie sind die Exportpreise?

00:18:52: all diese Dinge werden zusammen gesammelt.

00:18:57: einiges davon geht in bestimmte Modelle, obwohl ich persönlich ein Skeptiker bin was Modelle angeht.

00:19:04: Makroökonomische Modelle die nie die Realität vollkommen abbilden können also auf jeden Fall eine Menge von Daten.

00:19:13: Eine Vielzahl von wirtschaftspolitischen oder ökonometrischen Modellen in die die Daten eingegeben werden und dann sucht man die Ergebnisse heraus zu filtern im Grunde genommen wie die Erwartungen sind, was die Inflationsentwicklung angeht über die nächsten drei bis vier Jahre.

00:19:37: Maximal zwei Jahre eine Projektion zu machen das ist schon sehr anspruchsvoll.

00:19:43: wenn man darüber hinausgeht wird es sehr ungenau und problematisch.

00:19:48: also man hat eine Fülle von Daten Aber es gibt eine interessante Diskussion auch unter den Zentralbanken.

00:19:55: Was ist das nun?

00:19:56: Ist das reine Mathematik, die da zur Anwendung kommt oder geht es auch darum dass Geldpolitik ein Stück Kunst ist etwas was im Grunde genommen langjährige Erfahrung angeht ein tiefes Verständnis, wie eine Volkswirtschaft funktioniert.

00:20:19: Wenn man an dieser Stellschraube dreht, wenn man an der anderen Stellschraube dreht... Wie entwickelt sich das für das Wachstum?

00:20:26: Für die Inflation und so weiter.

00:20:29: Mit all diesem Datensatz... Das ist ja eine fortlaufende Entwicklung.

00:20:34: Man hat dann Sitzungen des EZB-Rates Und vor der Sitzung komodiert es dann in Ja, in bestimmten Festlegungen.

00:20:47: Wir haben diese Situation.

00:20:49: das erfordert ein Beibehalten der Zinsen keine Erhöhung, keine Senkung.

00:20:54: also immer drei Möglichkeiten bei Behalten erhöhen oder senken.

00:21:00: Dann kommt es auf den Zeitpunkt an schon jetzt oder vielleicht später beim letzten Mal beim letzten EZB-Rat zu treffen.

00:21:08: kann man zu dem Ergebnis, wir entscheiden noch nicht heute sondern machen das in der Zukunft datenabhängig.

00:21:15: Wir entscheiden dann im Juni und werden dann wahrscheinlich im juni entscheiden.

00:21:21: wenn man so weit ist dann fragt man sich natürlich warum kann man das jetzt schon entscheiden?

00:21:25: also man will nochmal vier bis sechs Wochen Zeit haben um Daten zusammen ob vielleicht die Unsicherheiten etwas geringer geworden sind neue Daten sich ergeben usw.

00:21:37: Aufgrund dieser umfassenden Analysen, das eine ist die ökonomische Analyse und das andere ist die monetäre Analyase.

00:21:46: Da schaut man wie sich die Geldmenge entwickelt, wie die Kreditentwicklung läuft oder ob da eine Steigerung ist.

00:21:56: welche Zinsen mittlerweile am Markt verlangt werden.

00:21:59: für bestimmte Investitionen hat man sich abgekoppelt von anderen Ländern oder anderen Regionen.

00:22:08: Das wird also auch im Kontext der Wechselkursentwicklung getaktet, analysiert.

00:22:15: Man kommt dann zu einem Ergebnis und verkündet das und dann läuft die nächste Runde für die nächste Sitzung.

00:22:25: Der entscheidende Punkt dabei ist Bei all den Daten, ich habe es angedeutet.

00:22:29: Der entscheidende Punkt ist ein ausgeprägtes Analysevermögen und Urteils-Vermögen derjenigen zu haben die nun darüber zu entscheiden haben.

00:22:40: Und ... Da

00:22:41: ist doch so ein bisschen Bauchgefühl dabei?

00:22:44: Erfahrung sage ich!

00:22:47: Aus Erfahrungen speist das Bauch gefühlt

00:22:49: Ich will das nicht ganz leugnen, dass Mark bei den einen mehr oder weniger je nachdem wie korpulent die sind.

00:22:59: Markt das eine Rolle spielen?

00:23:01: Ich habe mich immer auf die Daten verlassen.

00:23:04: also das ist ein schwieriger Prozess.

00:23:09: ich muss sagen die ECB hat insgesamt gesehen seit der Gründung im Jahre Geldpolitischen Verantwortung für die gemeinschaftliche Währung, für den Euro insgesamt eine gute Performance gezeigt.

00:23:30: Eine gute Ergebnisse erzielt mit einer Inflationsrate, die nah bei dem ist was sie als Ziel gesetzt hat nämlich die zwei Prozent wobei ich persönlich zwei Prozent für zu hoch empfinde.

00:23:44: denn auch wenn Sie nur zwei Prozent Inflation pro Jahr haben für das über zehn bis fünfzehn Jahre zu einem massiven Kaufkraftverlust.

00:23:54: Das darf man nicht vergessen, ich bin näher bei null Prozent.

00:23:58: Warum nimmt man nicht null Prozent?

00:24:01: Man nimmt nicht null prozent weil es in der Messung der Inflationsrate Fehler Möglichkeiten gibt.

00:24:09: Man kann sich alles klar erfassen und vielleicht gibt es da auch eine Tendenz unter die Inflation zu unterschätzen oder zu überschätzen.

00:24:20: Also es gibt ein Fehlerbereich und deshalb hat man gesagt zwei Prozent, damit sind wir weit oder sind wir relativ weit von den Nullprozenten weg.

00:24:29: denn es geht auch darum nicht nur Inflationszuvermeiden sondern Deflation.

00:24:34: Deflation heißt rückläufige Preise aber man muss entscheiden zwischen einer Bösartigen Deflation und einer gutartigen Deflation.

00:24:43: Eine bösartige Deflation ist eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale, die Preise sinken immer mehr und weil die Preisen sinken warten Investoren ab und warten private Haushalte ab dass vielleicht die preisen noch weiter zurückgehen.

00:24:59: sie halten sich zurück und verschärfen damit die wirtschaftliche Lage.

00:25:03: das heißt das wirtschaftlichen Wachstum bricht ein es kann zu einer Rezession führen und letztlich zu höhere Arbeitslosigkeit.

00:25:13: Also man braucht, so sagen viele – ich meine zwei Prozent sind zu hoch!

00:25:18: Ich könnte auch mit einem Prozent gut leben.

00:25:21: Die Gefahr von Deflation ist relativ gering.

00:25:27: Wir hatten im Jahr die Diskussion in den Jahren der Präsidentin.

00:25:32: Und er hat dieses Thema Deflation, das Risiko der Deflation genutzt um alle Schleusen zu öffnen, die die EZB zur Verfügung hatte.

00:25:45: Aber es war eine übertriebene Furcht!

00:25:48: Es gab nie die Gefahr einer bösartigen Deflation mit einer sich selbstversteigenden Abwärtsspirale bei Preisen und bei der Produktion und bei steigender Arbeitslosigkeit.

00:26:01: Das war einer der Fehler, die gemacht worden sind.

00:26:04: Und ein anderer Fehler, der von der EZB gemacht wurde, war im Jahr- ... als die Energiepreise stark angestiegen sind, die Inflation deutlich über zwei Prozent hinausgegangen ist und dann plötzlich bei zehn Prozent lag.

00:26:20: Dann spürte es, spätestens dann merkte jeder in seinem Geldbeutel.

00:26:26: Die EZD hat das verkannt gedacht, das ist eine kurzfristige Episode.

00:26:31: Wir schauen da durch was man normalerweise machen soll wenn es einen solchen Schock gibt.

00:26:36: aber es war erkennbar dass dies möglicherweise doch eine längerfristige Phase ist mit höhere Inflation und sie hat zu spät gehandelt und musste dann fast eine Vollbremsung vornehmen.

00:26:48: also die Zentralbanken sind nicht frei von Fehlern.

00:26:54: Die ersten zehn zwölf fünfzehn Jahre möchte ich sagen, waren einigermaßen frei von Fehlern.

00:27:00: Aber nachher wurden diese Fehler doch begann.

00:27:03: Das muss man nennen obwohl die Tendenz besteht nicht mehr zurück zu blicken sondern immer noch vorne was auch politisch immer ein guter Rat ist.

00:27:15: Vergangenheit ist Verganganheit aber man sollte aus der Vergangenkeit lernen.

00:27:19: Es ist vielleicht auch schwieriger geworden für die Zentralbanken, im Moment ein Durchzusteuern angesichts der wirtschaftlichen Krisen.

00:27:26: Der exogenen Schocks, die wir von überall her bekommen.

00:27:29: also wenn sie heute nochmal Verantwortung für die Geldpolitik unmittelbar übernehmen müssten würden Sie sagen oh das ist eine schwierigere Aufgabe als wie sie damals vor zehn oder fünfzehn Jahren hatten?

00:27:42: Oder ist das eigentlich mehr oder weniger immer die gleiche Anforderung an die Geldpolitik?

00:27:47: Es kommt darauf an, was die Geldpolitik bewegen will.

00:27:50: Die Geldpolitik ist oder die Zentralbanken sind unabhängig nur wenn es darum geht bereits Stabilität mittelfristig zu sichern Alles bei allen anderen Aufgaben, die sie zusätzlich übernommen haben teilweise übernehmen mussten weil dies politisch so gewollt war.

00:28:09: Teilweise haben Sie Aufgaben angezogen für die sie eigentlich gar nicht bestimmt sind.

00:28:17: Sie haben dafür auch sehr viele Ressourcen eingesetzt.

00:28:19: Das muss man dazu sagen, aber das Primat der Preisstabilität ist das zentrale Element einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung mit unverzerrten Preisen durch Inflation Unverzerrtes Wirtschaftswachstum, nachhaltiges Wirtschaftswachsen.

00:28:48: Das ist der zentrale Punkt.

00:28:51: Darauf hat sich die Kernaufgabe der Zentralbank, darauf hat sie sich zu konzentrieren und aufsonst nichts.

00:28:59: Wie gesagt es ist anderes dazugekommen.

00:29:02: Die ECNB zum Beispiel ist auch zuständig für die Bankenaufsicht.

00:29:07: das ist auch in den europäischen Verträgen grundsätzlich mal als Möglichkeit so vorgesehen gewesen.

00:29:14: Man hat dann ihr diese Aufgabe übertragen, im Jahr zwei Tausend und vierzehn glaube ich war das.

00:29:22: Und sie ist auch mit zuständig für Finanzstabilität.

00:29:25: Das heißt für die Solidität und die Stabilität an den Finanzmärkten.

00:29:32: Das kann sich natürlich nicht alleine.

00:29:34: also dazu hat sie im Grunde genommen gar nicht die Instrumente sondern das ist Sache auch der Regierungen Das ist auch Sache internationaler Organisationen wie dem Internationalwährungsfonds, die hier zusammenwirken müssen um Finanzstabilität.

00:29:50: Also heißt das heißt Übertreibungen zu vermeiden oder Übertreibern an den Finanzmärkten rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

00:29:59: Da gibt es einige Instrumente ja das ist völlig klar.

00:30:02: aber das ist so eine Schnittstelle möchte ich sagen zwischen Politik- und Zentralbankausrichtung die nicht ganz klar abgrenzbar ist, kann aber auch in Konflikt geraten mit dem prioritären Ziel, Preisstabilität zu sichern.

00:30:20: Und das muss dann entschieden werden, politisch entschieden werden wie die Zentralbank damit umgeht?

00:30:25: Lassen Sie uns doch vielleicht mal einen Blick auf die andere Seite der Gleichung werfen also auf die politische Seite.

00:30:31: Sie haben ja vorhin auch schon mal darüber gesprochen über die Grenzen der Geldpolitik.

00:30:35: Eben gerade klang das auch wieder an, dass natürlich gerade die Fokussierung auf das Ziel der Preisstabilität im Prinzip dann die Handhabung des Zinsinstruments – was eigentlich das zentrale Instrument ist und was den Zentralbank hat -, dass es aber in bestimmten Situationen nicht ausreichen kann sondern sozusagen das politische Umfeld auch stimmen muss damit man stabiles Geld behält.

00:30:57: Mögen sie uns das noch ein wenig näher beschreiben?

00:31:03: Sie haben zurecht gesagt, dass das zentrale Instrument der Zentralbanken ist.

00:31:12: Das folgt einem einfachen Grundsatz, habe ich ein Ziel und dafür habe ich dann auch ein Instrument um dieses Ziel zu erreichen, den Bergen lässt grüßen.

00:31:24: Das hat sich insoweit geändert als die Zentralbanke ihren Ja, wie soll ich sagen?

00:31:32: Ihren Instrumentenkasten erweitert haben.

00:31:35: Im Zusammenhang mit der Staatsfinanzkrise, das war im Jahr two-thausendneun folgende, beginnt mit Griechenland und gefolgt von anderen Ländern.

00:31:43: Staatsfinanskrise in dem Euroraum.

00:31:47: Und die Frage, inwieweit nun von der Politik erwartet wird, dass jetzt die Zentralbank hier einsteigt.

00:31:53: Das ist im Grunde genommen der Kernpunkt gewesen wo es eine Abweichung der EZB gegeben hat von der traditionellen Linie der Bundesbank, die ja zunächst mal weiter verfolgt wurde.

00:32:08: Das plötzlich in diesen Gebilde was wir nun europäische Wirtschafts- und Währungsunion nennen es Länder gegeben hat als sich unsolide und instabil erwiesen haben, die ihre öffentlichen Haushalte nicht in Ordnung bringen konnten.

00:32:23: Die abgestraft worden sind von den Finanzmärkten indem sie plötzlich abgeschnitten waren oder drohten Abgeschnitten zu werden von der Finanzierung über die Finanzmärke also die drohende Insolvenz mit möglichen Konsequenzen für den gesamten Euro-Währungsraum.

00:32:42: Und dann kam der Druck von Seiten der Politik auf die Zentralbank etwas zu tun.

00:32:48: Nachdem die Politik auch entschieden hatte, wir tun was im Maastrichtvertrag gar nicht vorgesehen war.

00:32:55: Man hat gegen den Maastlichtvertrag verstoßen in dem man hat den Umgang und hat neue europäische Regeln festgesetzt oder neue europäischen Institutionen geschaffen mit denen bestimmte Länder finanziell herausgepaugt werden konnten.

00:33:11: und dann hat man von der eZB erwartet, dass sie auch ihren Beitrag leistet.

00:33:15: Und die EZB hat Staatsanleihen gekauft um Griechenland zu retten, um Portugal zu retnen, um Irland zu Retten und teilweise auch Spanien.

00:33:28: Das war aus meiner Sicht ein Tabu-Bruch und das war eine Aufgabe so oder ein Instrument mit dem Kauf- und Staatspapieren, dass so von der EZB nicht vorgesehen war.

00:33:42: Und sie wurde dazu gezwungen das zu tun.

00:33:45: Warum ist es so schlimm wenn eine Zentralbankstaatsanleihen

00:33:49: kauft?

00:33:50: Wenn eine Zentralsbank Kauftstaats Anleihen... Das ist die Frage zu welchem Zweck sie welche kauft.

00:34:00: Eine Zentralbanke ist auch angewiesen auf Staatsanleihen weil Sie Die Staatsanleihe nutzt als Sicherheiten, die die Banken der Zentralbank geben müssen damit die Bank in Liquidität von den Zentralbanken bekommen.

00:34:14: Also die Sicherheit.

00:34:16: Es wird Liquidität in den Markt gegeben, Liquidität für die Volkswirtschaft gegeben aber dafür verlangt die Zentralbanke Sicherheiten.

00:34:24: und jetzt haben wir das Problem dass ein Land insolvent ist.

00:34:32: Hätte dafür ein ganz anderes Instrument gezogen werden, müssen sie nämlich eine Umschuldung der hohen Schulden der einzelnen Länder.

00:34:41: Aber indem die Zentralbank die Anleihen, Staatsanleihen ankauft, wirkt sie natürlich in den Markt hinein und gibt falsche Signale.

00:34:54: inwieweit das Land wirklich insolvent ist oder zahlungsunfähig?

00:35:00: wird künstlich am Leben gehalten nur mithilfe der Zentralbank.

00:35:04: Es ist klar, es gab solche Regelungen in der Vergangenheit.

00:35:07: aber man hat mit diesem Instrument das man monitäre Finanzierung nennt also

00:35:14: d.h.,

00:35:15: die Zentralbanken kauft Anleihen und beteiligt sich an der Finanzierung des Staates Und das ist nach dem Maastrichtvertrag verboten das Verbot der monetären Staatsfinanzierung.

00:35:31: Also die Zentralbank darf das nicht, aber man hat dies nun anders dargestellt.

00:35:36: Man hat eine andere Begründung geliefert.

00:35:39: Wir betreiben gar keine monetäre Staatsfinancierungen sondern wir müssen dafür sorgen dass unsere geldpolitischen Impulse über die Zinspolitik tatsächlich auch in den Regionen also in den Mitgliedstaaten des Euro-Raums ankommt.

00:35:58: Man nennt das der Transmissionsmechanismus, also der Übertragungsmechanismus der Geldpolitik in den Markt hineingestört war.

00:36:08: Und deshalb musste man dieses Markstegmenten und besonders Liquidemachen machen.

00:36:13: Das waren die Begründungen.

00:36:14: Ich habe diese Begründen sehr distanziert gegenübergestanden.

00:36:18: Für mich war das monetäre Staatsfinanzierung.

00:36:21: Ich frage trotzdem noch mal zurück weil ich glaube dass es auch für unsere Hörerinnen und Hörern wichtig zu verstehen Warum ist monetäre Staatsfinanzierung von Übel?

00:36:30: Was sind im extremen Fall die Konsequenzen, wenn man das betreibt.

00:36:35: Auch

00:36:36: das führt zur Inflation.

00:36:38: Weil zusätzliche Liquidität geschaffen wird.

00:36:41: Zusätzliche Likvidit werden in den Markt gegeben oder in die Volkswirtschaft gegeben.

00:36:46: Zusätzlich Liquidität, die auf der anderen Seite, wenn es um Nachfrage nach Gütern geht und bei Dienstleistungen nicht in notwendigen Kapazitäten vorhanden sind, um diese Liquidität aufzunehmen.

00:37:01: Das heißt es führt insgesamt zu einer höheren

00:37:04: Inflation.".

00:37:06: Du sagtest gerade das ist wichtig für unsere Hörer das zu verstehen und ich frage mich die ganze Zeit wow wenn in so ner EZB hundertfünfzig bis hundred achtzig

00:37:17: Top-Leute

00:37:18: sitzen und auch da nichts anderes tun als diese Daten zu analysieren Dann ist es zu solchen Situationen gekommen, wir entscheiden doch lieber in vier oder sechs Wochen.

00:37:28: Weil dann haben wir noch mehr Daten?

00:37:30: Dann ist das für mich ein Bild so komplex und hochspezialisiert – kann ich ja gar nicht verstehen!

00:37:39: Meine Frage ist was müsste jemand der normaler Bürgerin da verstehen?

00:37:46: Warum ist das so wichtig und wie weit?

00:37:48: müsste ich mich oder müsste man sich als Bürger, als Bürgerin damit bestäftigen.

00:37:54: Warum?

00:37:55: Um was verstehen zu können.

00:37:57: Das liegt vielleicht an mir persönlich.

00:38:02: Dass ich nicht in der Lage bin das so zu erklären dass sie das verstehen und dass die Bürger das verstehen.

00:38:08: also das ist normalerweise versuche wenig Fachtterminie zu verwenden.

00:38:17: Mit monetärer Staatsfinanzierung bin ich schon ein Stück weit gegangen.

00:38:21: Deswegen

00:38:21: habe ich auch noch mal nachgefragt.

00:38:22: Ja, ja, der Punkt ist der.

00:38:31: Die Frage ist inwieweit hat die Öffentlichkeit Vertrauen in eine Institution, die geschaffen wurde um diesen Preis Niveau stabil zu halten?

00:38:43: Das heißt natürlich nicht dass nun eine Inflationsrate, sage ich mal von zwei Prozent oder zweieinhalb Prozent ein Riesenproblem darstellt und man muss sofort gegensteuern.

00:38:57: Das was die Zentralbank macht mit ihren Entscheidungen wirkt ja nicht sozusagen vom Zeitpunkt an in dem entschieden wird sondern die Wirkungen kommen zeitlich verzögert nach anderthalb Jahren, nach zwei Jahre bis zwei Jahren.

00:39:20: Also wenn ich heute entscheide und deshalb auch das Zöge an der EZB am aktuellen Rand jetzt, wir warten noch auf die Daten bis Juni dann muss ich nur sagen ja was wissen wir dann?

00:39:32: Die Unsicherheit wird nicht weg sein.

00:39:33: aber okay ich verstehe es dass jetzt nicht unbedingt sofort entschieden werden muss.

00:39:40: Aber wenn man im Juni entscheidet entschieden wird, dann wirkt das auch erst durch in anderthalb bis zwei Jahren.

00:39:49: Und sind wir in andertheil bis zwei jahren vielleicht in einer anderen Situation?

00:39:53: Das heißt dass die Inflation in sich zusammengebrochen ist, dann muss man die Zinsen wieder senken.

00:40:01: Dann musst du den Finger am Puls halten wie die Ökonomie funktioniert und es kann aber, wie man jetzt in den Vereinigten Staaten sieht, abrupt Plötzlich einen Inflationsschub geben.

00:40:15: Jetzt wurde festgestellt, die Inflation in den Vereinigten Staaten ist heute am zwölften Mai.

00:40:21: die Zahl veröffentlicht – drei Komma acht Prozent Inflasion!

00:40:25: Das ist natürlich eine Situation wo ein neuer Chef der amerikanischen Federal Reserve nicht sagen kann unter Gottes Willen und bei den Bedingungen können wir die Zinsen nicht senken.

00:40:39: Wir müssen sie eigentlich erhöhen.

00:40:42: Oder er sagt, wir schauen dadurch bis unsere Politik wirkt.

00:40:48: Dann hat sich das wieder eingependelt?

00:40:52: Nein es ist eine Frage der Einschätzung.

00:40:55: da bin ich wiederum bei Analyse und bei den Projektionen mit allen Daten, die zur Verfügung sind.

00:41:03: Die in die Modelle eingegeben werden, makroökonomische Modelle.

00:41:07: Die kommen zu einem Ergebnis Inflationsrat in zwei Jahren so und so viel, in drei Jahre so undsoviel.

00:41:13: Und das ist zunächst einmal ein Anhaltspunkt.

00:41:15: Nur wenn ich jetzt vier Wochen warte und es gibt neue Projektionen, die sich dramatisch ändern würden dann muss ich sofort handeln Obwohl es keine Automatik gibt, die darf es auch nicht geben.

00:41:30: Weil neben der Analyse natürlich auch jetzt sage ich doch das Bauchgefühl, Erfahrungen wissen wie eine Volkswirtschaft funktioniert, wie alles das durchwirkt.

00:41:40: Das ist entscheidend!

00:41:42: Für eine Zentralbank ist ganz wichtig dass sie das Vertrauen in der Öffentlichkeit hat.

00:41:49: Das Vertrauen der Öffentlichkeit dem Sinne mehrere Monate höhere Inflation zulassen kann, aber das Vertrauen der Öffentlichkeit ist so groß dass sie sagen okay die haben das in der Vergangenheit richtig gemacht.

00:42:06: Die wissen was sie tun.

00:42:07: also wir gehen nicht davon aus oder wir die Öffentlichkeit gehen nicht Davon Aus Dass dies nun ein anhaltender Inflationsstuhl ist sondern die werden schon rechtzeitig dafür sorgen dass dies wieder unter Kontrolle kommt.

00:42:22: und das heißt der Part in der Bevölkerung ist so viel davon zu verstehen, dass man dieses Vertrauen begründet

00:42:32: fassen kann.

00:42:34: So ist es!

00:42:35: Und um dieses Vertrauen zu haben, ist das die Entkoppelung von politischen Prozessen was ich auch in Europa für zunehmend problematisch halte.

00:42:44: Wir sind ja jetzt in der vierten Generation des EZB-Rates Die erste Generation Persönlichkeiten, die von den nationalen Zentralbanken kamen.

00:42:57: Die lange Jahre Zentralbankerfahrung hatten, die früher auch mal im politischen Bereich tätig waren aber die dann auf die Bedingungen der Zentral Bank ausgerichtet worden sind und die dann wirklich eine längerfristige Sicht der Dinge vorgenommen haben.

00:43:19: Heute haben wir die vierte Generation des LZB Rates die Infiltration, Entschuldigung wenn ich das so sage durch ehemalige Politiker.

00:43:30: Die ein ganz anderes Verständnis haben als die nun Gelbpolitische Technokraten in der EZB oder sonst wo dann anderes Ververständnis haben und die zu Aktionismus drängen.

00:43:45: Man muss doch etwas tun!

00:43:46: Und wenn nun mal die Inflationsrate unter zwei Prozent ist ja dann senken wir die Zinsen halt umso stärker, um dann zu sehen in anderthalb Jahren was die Folge ist.

00:43:58: Dann muss man um so starker wieder erhöhen und diese Dinge.

00:44:02: Der Punkt ist auch der dass man diese Volatilität, diese Schwankung bei Inflationsrate, dieses Schwankungen beim Wachstum das man vonseiten der Zentralbank nicht zusätzliche Unsicherheiten oder zusätzlichen Fluktuationen reinbringt sondern also einen stetigen Prozess hat.

00:44:21: einen stetigen Prozess, der natürlich schwierig ist zu fahren wenn ich nun alle Vierteljahr jedes Quartal eine neue Projektion, neue Vorhersagen über Wachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit und so weit habe.

00:44:36: Und dann besteht die Gefahr, wenn ein Entscheidungsgremium das ja von der Politik unabhängig sein soll diese Fluktuation sieht Versucht man doch eher diese Fluktuation nachzuvollziehen und verstärkt damit die Ausschläge.

00:44:54: Da wirst du sicherlich gleich anknüpfen, aber vielleicht eine Zwischenbemerkung?

00:44:59: Ich bin ein Ergebnis einer langen erfolgreichen Geldpolitik habe ich den Eindruck weil das fehlende Wissen dass ich habe und auch die fehlenden Motivation mit da richtig einzusteigen.

00:45:12: Ich hoffe ich habe sie jetzt mehr motiviert sich darum zu gümmern bei

00:45:15: mir Bei mir damit zu tun hat, dass ich niemals ... Es ist mich an keinen Punkt in meinem Leben erinnere, indem ich das vertrauen irgendwie in das was in der Richtung hier in Deutschland passiert verloren habe.

00:45:27: Sondern ich ... Waren

00:45:29: Sie sich auch überhaupt dessen bewusst?

00:45:31: Das könnte

00:45:31: natürlich sein... Waren

00:45:32: sie sich dessen bewusste, dass die Vertrauen haben?

00:45:35: Ich hab's irgendwie

00:45:35: ein-zwei Mal in anderen Folgen schon mal erwähnt, dass mein Gemeinschaftskundelehrer damals da bei uns ist es so in der Oberstufe gesagt hat, Anja, unterschätzen Sie die Wirtschaft nicht.

00:45:47: Bei dem letzten Inflationsschub, im Jahr ist es mit verursacht worden durch die EZB, weil die Liquidität, die in den Märkten enorm war, also die Geldmenge und das daraus nach einer gewissen Zeit sich tatsächlich eine höhere Inflation entwickelt.

00:46:10: Das war sehr wahrscheinlich.

00:46:12: Aber als dieser Inflationsschub kam, haben sie keine Kritik an der EZB gehört, sondern die Politik wurde dafür verantwortlich gemacht und die Politik hat das aufgenommen in dem zusätzliche Mittel bereitgestellt worden sind um den Effekt der höheren Inflation teilweise zu kompensieren wie man jetzt auch wieder versucht hat im Zusammenhang mit den höheren Ölpreisen bzw.

00:46:42: Benzinpreisen, dass man diesen Inflationsschub oder also die Energiepreisinflation hat sich ja verdoppelt liegt bei zehn Prozent mittlerweile und darauf hat man reagiert.

00:46:57: aber nicht die Zentralbank wird dafür verantwortlich.

00:46:59: genau für diesen Punkt kann man sie auch nicht verantwortliche machen weil das ein negativer exogener Schock ist den eine Zentralbank normalerweise durch, denen sie hin durchschaut und sagt okay das ist momentan ein Ausrutscher nach oben.

00:47:16: Das normalisiert sich wieder aber dass jetzt heute vielleicht eher der Fall als das Jahr zwanzig-zweiundzwanziger Fall war weil vorher schon so viel Liquidität in die Volkswirtschaft hineingepumpt worden war.

00:47:28: also man könnte sozusagen Geldpolitik Sie haben ja vorhin Geldpolitiker seine Kunst bezeichnet vielleicht einfach die Kunst der ruhigen Hand Zugingermaßen etwas, was uns in den sonstigen Politikbereichen etwas schwerfällt.

00:47:40: Auch weil Politik heutzutage natürlich getrieben wird von diesem ständigen Trommelfeuer aus allen medialen Kanälen und auch der Erwartungshaltung die sie vielleicht selbst zum Teil gezüchtet hat.

00:47:53: Die bei den Menschen existiert wenn eben irgendwo zum Beispiel so ein Schock auftritt.

00:47:56: es muss doch was passieren das muss doch einer was tun eine Regierung wieder sehr schnell an der Untätigkeit bezichtigt wenn sie sagt Wir bleiben jetzt mal ruhig und das geht schon sozusagen wieder vorbei.

00:48:06: Die Zentralbank aber muss so handeln,

00:48:08: ja?

00:48:08: Also ich bin mittlerweile so alt dass ich mich noch gut erinnern kann an die Ölpreisexplosionen Anfang der neunzehntenhundertsiebziger Jahre Und Ende der siebzige Anfang der Neunzehnundachtachziger-Jahre.

00:48:21: Es hat damals keine Diskussion darüber gegeben ob diese Benzinpreis oder Öl preissexplosion von staatlicher Seite aus korrigiert oder kompensiert werden muss.

00:48:36: Das gab es nicht!

00:48:38: Was gab es?

00:48:39: Es gab Aufkleber, ich bin Energiesparer.

00:48:43: und was gab es in der dreiundsiebzig?

00:48:47: Es gibt vier autofreie Sonntage verordnet und die Leute sind auf den Autobahn spazieren gegangen oder sind Fahrrad gefahren.

00:48:59: Damals auch gar eine Diskussion darüber gegeben, ob der Staat hier etwas mithelfen soll.

00:49:06: Und heute die Erwartungshaltung – da haben Sie völlig recht Herr Lorz!

00:49:10: Die Erwartungshaltung ist eine andere.

00:49:12: jetzt... Der Staat kann uns doch nicht alleine lassen.

00:49:16: You never walk alone, wir kennen das alles ja?

00:49:20: Also und man ist sofort eingestiegen in diese Dinge und auch noch unglücklich eingestigen in dieser Angelegenheit.

00:49:28: Nein Ich meine, was wichtig gewesen wäre aber vielleicht ist unsere heutige Gesellschaft gar nicht mehr so darauf ausgerichtet auf Appelle, politische Appelle zu hören.

00:49:39: Dass man gesagt hat die Leute also ihr seht wie die Lage ist das geht auch vorbei.

00:49:44: Also überlegt mal ob ihr das Auto für jeden kleine Spazierfahrt braucht.

00:49:51: Haltet euch zurück wo es geht im Energieverbrauch, im Energiekonsum.

00:49:56: Und ich glaube das hätte auch etwas genutzt.

00:49:57: Okay aber das ist... Ich schweife jetzt ab von der Geldpolitik!

00:50:01: Ich wollte nur noch mal darauf hinweisen die Zentralbank ist für diesen Inflationsschub nicht verantwortlich gemacht worden obwohl sie mitverantwortlich war und die Politik hat das freiwillig aufgenommen.

00:50:16: natürlich gab's den Druck aber hat es aufgenommen.

00:50:19: dann zu Kompensationszahlungen Und das war dann gerade noch, ja.

00:50:26: War das schon während der Pandemie?

00:50:31: Ja, ja!

00:50:32: Das war

00:50:33: die zweite Phase in der Pandemie.

00:50:35: Sie sehen, die siebziger Jahre sind mehr präsenter als wir sind.

00:50:40: Auch an die autofreien Sonntage erinnere ich mich auch noch.

00:50:42: Also das war schon spannend.

00:50:45: in der Tat... Damit würde man heute mit so einem Instrument tatsächlich gar nicht mehr arbeiten.

00:50:50: Allein schon, weil man sagt es ist ein Verbot.

00:50:52: Ja ja genau.

00:50:54: Das

00:50:55: finde ich im Ergebnis sogar richtig, weil ehrlich gesagt haben die autofreien Sonntagen den Kohl auch nicht fett gemacht was das Energiesparen angeht.

00:51:01: also es war auch mehr ein symbolischer Akt Politik.

00:51:04: Immerhin hat in der Gesellschaft hineingewirkt.

00:51:07: nachher bei dem zweiten Ölpreis Schub gab es freiwillige autofreihe Sonntage Natürlich nicht mit diesem Effekt, wenn wir das verboten haben.

00:51:17: Aber es gab freiwillige Autorfreie Sonntag immerhin.

00:51:22: Das heißt doch aber die Politik hat ja massiv seit der Pandemie spätestens dazu beigetragen dass diese Erwartungshaltung auch noch sich verstärkt hat?

00:51:31: Ja weil du vorhin nach Finanzbildung

00:51:34: gefragt

00:51:34: hast.

00:51:35: vielleicht ist das aber eine der wesentlichen Lektionen die wir alle noch lernen müssen dass wir Verantwortung wieder richtig zuordnen können also wofür ist beispielsweise Haushalts- oder Fiskalpolitik verantwortlich.

00:51:49: Wofür ist die Geldpolitik verantwortlich?

00:51:52: Und dass auseinanderzuhalten, damit man auch die richtigen Akteure adressieren

00:51:55: kann.

00:51:56: Frankreich hat zum Beispiel jetzt bei diesem Energiepreisschub so weit ich weiß keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen als die französische Regierung.

00:52:05: Sie hat es getan beim früheren Ölpreissschub Und hat dafür, soweit ich mich erinnern kann, seventy Milliarden Euro auf den Tisch gelegt.

00:52:17: Mit einer Explosion der Staatsverschuldung auch wegen aus anderen Gründen und das kann man zwar einmal machen.

00:52:23: aber da ist die Frage der Eigenverantwortung.

00:52:27: inwieweit muss man so etwas treiben dass der Staat überall eingreift?

00:52:33: Da sind wir ja dabei im Grunde genommen noch zu hinterfragen.

00:52:37: Man kann nicht jede neue Situation mit mehr Schulden bedienen.

00:52:43: Dann muss man schon Prioritäten setzen und ich bin nach wie vor dafür, dass man eine Aufgabenkritik vornehmt.

00:52:53: Zu viel hat sich auf staatlicher Ebene angesammelt wo der Staat helfen soll dies und jenes zu tun.

00:52:59: Vielleicht können private oder kann der Privatsektor sogar in manchen Bereichen das besser als der Staat.

00:53:05: Warum muss der Staat alles an sich ziehen?

00:53:06: Der Staat sind wir ja alle im Grunde genommen und mit vielen Fällen geht es um Umverteilung, bei manchen eins zu eins Umverteilungen, die Tasche rechte Tasche aber es geht auch tatsächlich um Verteilung.

00:53:21: Aber da brauchen wir diese UmverTeilung überhaupt wenn es um kurzfristige Effekte geht die im Halt ausgehalten werden müssen.

00:53:29: Ich will nicht verkennen, dass es Haushalte gibt mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, mit prekären Einkommenssituationen aber dafür haben wir die Instrumente der Sozialpolitik um das auszugleichen.

00:53:43: da muss man nicht immer obendrauf satteln und das ist ein Vorwurf generell an.

00:53:49: die westlichen fortgeschrittenen Volkswirtschaften haben an Schulden.

00:53:59: Schauen Sie nach den Vereinigten Staaten mit einer Verschuldung, die heute höher ist als am Ende des Zweiten Weltkriegs.

00:54:07: Generell haben wir ein Phänomen in den westlichen Ländern das wir Erschuldenstände haben, die historisch hoch sind wenn ich Friedenszeiten nehme.

00:54:20: Wir sind jetzt dabei von bis zum Jahr- und Dreißig auf Achtzig Prozent hochzugehen.

00:54:30: Das wird Folgen haben, das wird nicht ohne Weiteres so finanzierbar sein sondern nur über höhere Zinsen!

00:54:38: Dann wird auch nachgefragt wenn Deutschland in Richtung Achtzich Prozent Staatsverschuldung geht, inwieweit das Rating von den Rating Agenturen noch trägt?

00:54:49: Das ist nicht in Stein gemeiselt dass wir ein AAA haben.

00:54:53: Es gibt nur drei Länder im Euro-Raum, die ein AAA Rating haben.

00:54:57: Das ist Deutschland, das ist die Niederlande und es ist Luxemburg – alle anderen liegen drunter!

00:55:04: Und das muss man schon ernst nehmen.

00:55:08: auch deshalb ernst nehmen nicht nur aus deutscher Sicht sondern aus europäischer Sicht, dass Deutschland noch der fiskalpolitische Stabilitätsanker wegen seiner Größe relativ soliden Staatsfinanzierung der Stabilitätsanker des Euro-Raums ist.

00:55:30: Das darf man nicht vergessen, wenn dieser Stabilität Anker nun gelockert wird dann weiß ich nicht wohin dieses Schiffeuroraum sich hin bewegt.

00:55:41: ja das ist also schon eine eine durchaus berechtigte Frage Wenn ich sage diese zusätzliche Verschuldung die man nun eingeht, sukzessive über den nächsten zwölf Jahre.

00:55:54: So hat man das ja beschlossen noch mit einem abgewählten Bundestag mit fünfhundert Milliarden Bundeswehr, fünfhundert Milliarden für Infrastruktur und Klimaschutz plus Schuldenbremse gelockert, auch für die Bundesländer.

00:56:11: Die dürfen sich jetzt auch jährlich mit bis zu null Komma drei fünf Prozent des Bruttoinhalts Projektes verschulden.

00:56:19: also wir haben hier alle Schleusen fiskalpolitischen Schleuzen geöffnet und das wird Werkungen haben.

00:56:26: wie gesagt die Zinsen werden nicht mehr so sein, wie sie in der Vergangenheit waren.

00:56:33: Das wir hatten eine lange Phase der Nullzinsen auch den Null Zinsen bei zehnjährigen Bundesanleihen.

00:56:40: Die Zinslast ist seit Jahrzehntausend einundzwanzig dramatisch gestiegen.

00:56:45: Zwei Tausend Einundzwantig hatte der Bund noch eine Zins Last von vier Milliarden Euro.

00:56:52: Im Jahr zwei tausend und vierundzwanzig waren es schon vierunddreißig Milliarden Euro.

00:56:59: Und jetzt werden es gegen Ende dieses Jahrzehnts etwa siebenundsechzig bis achtundsechszig Milliarden Euro sein, wir sind dann bei drei Prozent der Wirtschaftsleistung.

00:57:11: Italien liegt Frankreich liegt heute bei vier Prozent Zinslast.

00:57:16: vier Prozent der Wirtschaftsleistung müssen aufgebracht werden für die Zinszahlungen des Staates und Italien fünf Prozent.

00:57:24: Und dann nähern wir uns eine Grenze, wo dann wirklich gesagt wird also inwieweit sie ist diese Staatsverschuldung noch tragfähig?

00:57:31: Dann komme ich zu einem ganz sensiblen Punkt das wir dann in eine vergleichbare Situation geraten können vonseiten der EZB dass ihr jetzt in B eine Situation geraten kann, dass sie massiv unter politischen Druckerät dann doch mitzuhelfen wenn die Mitgliedsstaaten viele von ihnen mit dem Rücken zur Wand steht.

00:57:54: Dass sie keinen haushaltspolitischen Spielraum mehr haben, das ihnen die Zinsausgaben aus dem Ruder laufen und man sagt dann muss die Zentralbank wieder einsteigen.

00:58:05: Das ist ja in der Vergangenheit geschehen.

00:58:08: Ich habe bei vielen Konferenzen teilgenommen, ich habe in allen Medien konnte man das feststellen.

00:58:16: Die Zentralbanken waren damals bei der Finanzkrise, acht-zwei-tausendneuen, bei der Staatsschuldenkrise dann in Europa – sie waren die Helden!

00:58:28: Sie waren die Heros of the Universe aber nichts ist

00:58:34: umsonst.".

00:58:36: Jetzt sehen wir seit einigen Jahren, in den Bilanzen der Zentralbanken, welche Konsequenzen diese Politik der Vergangenheit hatte.

00:58:44: Die Deutsche Bundesbank hat in den Jahren kumuliert insgesamt in den jahren zwei tausendunddreiundzwanzig vierundzwannzig und fünfundzwanzig einen Bilanzverlust von fünfzig Milliarden Euro erlitten.

00:59:00: Glücklicherweise gab es Rückstellungen.

00:59:03: Glücklicherweise gab es Reserven die aufgelöst worden sind, sodass dieser Verlust reduziert werden konnte nicht auf dreißig Milliarden.

00:59:15: Knapp dreizig Milliarden Euro hat die Deutsche Bundesbank ein Bilanzverlust gemacht.

00:59:21: Die Europäische Zentralbank in den drei genannten Jahren zehn Milliarden Euro also.

00:59:27: das sind die Folgen einer extrem expansiven Geldpolitik eine extremen Hilfsbereitschaft Der Zentralbank zur Finanzierung von Staaten, was jetzt zurückschlägt.

00:59:43: Es gibt kein Freelunch und das muss man mit berücksichtigen.

00:59:51: Und was muss passieren damit es nicht crasht?

00:59:55: Das crasht nicht!

00:59:57: Das crashts nicht weil Zentralbanken nicht insolvent werden und ich Konkurs gehen.

01:00:03: sie können Geld drucken

01:00:05: Aber das führt natürlich wieder zu Inflation.

01:00:07: Und das wird wieder teuer.

01:00:09: also ich freue mich für meinen Freund Mario Draghi, der jetzt ja Außerkoren ist den Karlspreis der Stadt Ahren zu erhalten.

01:00:21: Ich freu mich für ein Draghi der vor einigen Jahren Das Großkreuz des Bundesverdienstkreuz von einem Bundespräsidenten verliehen bekommen hat.

01:00:31: aber bei allem Lob dass er dass er international erfahren hat, glaube ich das eine Feststellung des früheren Chefs der amerikanischen Zentralbank nämlich Allen Greenspan.

01:00:47: Dass seine Feststellung zutrifft, dass sich die EZNB unter Mario Draghi oder mit Mario Dragi von den Restriktionen der Deutschen Bundesbank also damit auch den Restrikzionen der europäischen Verträge entzogen hat Und das stimmt.

01:01:07: Die Bewertung, ob das nun positiv oder negatives lässt Greenspan offen?

01:01:13: Meine Bewertungen ist eindeutig!

01:01:15: Das haben wir, glaube ich, gemerkt, das waren ja... Ja, das habe auch nicht sogar gemerkt.

01:01:21: Ich komme jetzt erst in Form, wissen

01:01:26: Sie?

01:01:26: Ja, ich glaube wir könnten jetzt auch noch ganz lange weiter reden.

01:01:30: Lieber stark!

01:01:30: Es gibt ja unglaublich viele Themen in diesem Feld und hier kommen vielleicht dann an anderer Stelle nochmal darauf zurück.

01:01:36: aber ich glaube für heute müssen ein bisschen unserem Format bleiben an ihr, ne?

01:01:40: Ja leider.

01:01:41: Leider.

01:01:42: also wir hoffen... Wir hatten schon genug Food for Thought für unsere Hörerinnen Und aber wir würden das natürlich gerne auch wieder mit dem Appell schließen, wenn es Nachfragen gibt.

01:01:57: Ich könnte mir vorstellen als die heutige Folge so ein paar Nachfragen ausgelöst hat oder auslösen könnte dann schickt uns herzlich gerne diese Fragen und wir würden sogar ... Wir sind ja mit Herrn Professor Stark in Kontakt also wenn die Fragen spezifisch an ihn gehen ich würde mal darauf spekulieren da würde uns eine Antwort liefern.

01:02:17: Natürlich dürft ihr auch uns fragen, aber dann kriegt halt unsere Antworten.

01:02:22: Sollten Fragen offen geblieben sein?

01:02:26: Bin ich gerne bereit, die zu beantworten!

01:02:29: Das ist doch wunderbar!

01:02:30: Lieber Herr Stark, wir danken Ihnen ganz herzlich für diesen ausgesprochenen, einsichtsreiche Folge, die wir heute mit Ihnen aufnehmen durften.

01:02:39: Ich bleibe nochmal bei dem Satz, den Sie gesagt haben.

01:02:42: Geldpolitik ist eine Kunst!

01:02:45: Also wir hatten heute ein bisschen Einführung auch in Kunstgeschichte aber ich glaube auch mal darin wie so dieses Gesamtkunstwerk entsteht was letzten Endes dafür verantwortlich ist dass ja unser Geld stabil bleibt und wie wichtig das ist für das Vertrauen mit den Menschen für die Kalkulierbarkeit von wirtschaftlichen Handlungen, das haben wir ganz am Anfang der Folge ja schon thematisiert.

01:03:12: Also wer es nochmal hören möchte einfach noch mal von vorne anfangen!

01:03:17: Ganz herzlichen Dank und wir sagen auch dankeschön fürs Einschalten, fürs Zuhören.

01:03:22: Ich sage auch danke schön!

01:03:26: Bis zum nächsten Mal an unsere Höhren und Höhre und ich sage hoffentlich bis bald.

01:03:31: lieber stark.

01:03:32: Ich freu mich auf die

01:03:33: Forze zu malen im Diskussion.

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