100 Folgen „Lass uns über Politik reden“
Shownotes
Ein kleines großes Jubiläum – und für Anja Schöpe und Alexander Lorz ein echter Meilenstein.
Seit vier Jahren sprechen Alexander Lorz und Anja Schöpe miteinander, diskutieren, hinterfragen und lernen dazu. In dieser besonderen Folge blicken sie zurück: Wie ist der Podcast eigentlich entstanden? Was hat sich verändert – bei ihnen selbst, im Format und vielleicht auch bei euch? Und welche Momente sind den beiden ganz besonders im Kopf geblieben?
Vor allem aber möchten Anja Schöpe und Alexander Lorz sagen: Danke.
Danke, dass ihr zuhört, mitdenkt, widersprecht und ein Teil des Dialogs seid.
Und noch immer sind so viele Fragen offen, so viele Themen nicht auserzählt, dass die beiden mühelos weitere 100 Folgen mit euch über Politik reden können.
Transkript anzeigen
00:00:03: Lass uns über Politik reden.
00:00:05: Der Podcast mit Anja Schöpe und Alexander Lorz.
00:00:10: Hunderte Folgen, Alexander!
00:00:13: Wer hätte das gedacht als wir vor etwa so über vier Jahren angefangen haben?
00:00:18: Am achtzehnten Februar, zwei Taunen Zweiundzwanzig.
00:00:21: Und damit sagen wir herzlich willkommen.
00:00:24: schön dass ihr dabei seid wieder eingeschaltet habt zu unserem kleinen Jubiläum.
00:00:29: Warum redet man das so klein?
00:00:31: warum sagt man kleines Jubilänum voll?
00:00:33: Ja, ich finde auch also hundert Folgen ist doch schon eine Hausnummer.
00:00:37: Also wenn ich das mal überreiße, in vier Jahren, von zwanzig Folgen pro Jahr, im Prinzip alle zwei Wochen eine, das haben wir erstaunlich kontinuierlich durchgehalten.
00:00:49: Warum findest du das erstaundlich?
00:00:52: Naja, vier Jahre sind ne lange Zeit, da ist viel passiert.
00:00:57: hast du dich beruflich anders orientiert.
00:01:00: Ich habe zumindest das Amt gewechselt, da war auch eine Wahl dazwischen.
00:01:04: und dass man dann trotzdem so ein Format über alle diese Veränderungen hinweg einfach kontinuierlich weiter durchzieht also ist glaube ich zumindest nicht selbstverständlich.
00:01:16: Was war deine Sicht als wir gestartet sind?
00:01:18: Deshalb bist Du mit diesem Podcast gestartet.
00:01:21: Also du warst ja die Podcasterin und du hattest ja auch schon Podcasts aufgenommen.
00:01:26: Ich habe das mehr so von außen betrachtet, dachte naja, aber da ist ein neumutisches Format.
00:01:32: Und jetzt wenn ihr den Vorschlag gemacht hast doch wir können doch mal was zusammen aufnehmen.
00:01:35: Und ich gedacht naja probieren wir es halt mal.
00:01:38: Nehmen wir es einmal zusammen auf dann war das schön.
00:01:40: Ich dachte auch naja wir können noch ein paar mehr Folgen aufnehmen Und dann plötzlich waren wir soweit, das sagten okay.
00:01:46: Also wenn wir es jetzt weiter ziehen wollen, brauchen wir ein Konzept und einen Plan.
00:01:51: Dann haben wir den auch entwickelt.
00:01:53: Den haben wir seither ja auch ein paar Mal modifiziert.
00:01:56: aber so sind wir da wirklich sukzessive reingewachsen und ich habe mir eigentlich auch nie wirklich Gedanken gemacht.
00:02:01: also dass Projekt war für mich nicht von vornherein begrenzt Aber ich hab auch nicht annähernd soweite in die Zukunft geschaut wie man sonst vom.
00:02:13: Ich habe das ganz anders in Erinnerung.
00:02:23: Das stimmt, ich hab ja Podcasten mir selber beigebracht als ich mit dem Podcast für die CDU Wiesbaden gestartet bin und dann habe ich in Erinnereung dass deine Büroleiterin Landhaus Büro mich mal im deinem Auftrag angerufen hat um mich gefragt hat ob ich mir vorstellen könnte Podcasts mit dir zusammen zu machen.
00:02:41: Ja, absolut.
00:02:42: Die Sina war schon immer da total innovativ unterwegs und ich war ja auch sehr dankbar dass ihr einfach mit dieser Idee kam nach dem Motto Hey!
00:02:49: Da ist jemand in deiner unmittelbaren Nähe der macht das Und es ist doch ein cooles Format.
00:02:54: Das machen andere ja auch Und warum willst du das nicht auch mal ausprobieren?
00:02:59: Du bist so Naja Okay wenn du meinst Aber manchmal sollte man eben einfach auf Menschen hören und Dinge ausprobiert.
00:03:11: Drei sich folgen mit Gästen, manchmal auch zwei Gäste in einer Folge und meistens einen alleine.
00:03:20: Und heute lass uns doch mal der Frage nachgehen was bedeutet das für uns?
00:03:27: Was hat sich verändert?
00:03:28: wie schauen wir drauf und wie geht es auch weiter?
00:03:31: du hast gerade schon gesagt bei uns jeweils hat sich etwas verändert.
00:03:34: erzählt auch den Leuten mal was ich bei mir verändert habe.
00:03:39: Ich will dich einfach rauskriegen aus dem.
00:03:41: jetzt spult er ab, was man so über sich selber erzählt.
00:03:44: Deswegen drehen wir es jetzt mal um du über mich und ich über dich.
00:03:47: Na dann, die haben wir wirklich gespannt.
00:03:49: also Du hast ja das dürfen wir glaube ich auch erzählen.
00:03:53: Das ist ja nicht das Podcast aber generell diese Art von kreativer schöpferischer Arbeit zu deinem Beruf gemacht der es vorher nicht war.
00:04:05: Also ich vermute mal, dass der Podcast dich dazu auch ein bisschen angereizt hat und du bist auch aus der unmittelbaren politischen Verbandsarbeit vor Ort rausgegangen.
00:04:15: Du warst dir damals im Kreisvorstand das bist jetzt auch nicht mehr, du hast keine Parteifunktionen mehr.
00:04:21: also du hast jetzt mehr so eine Art Vogelperspektive auf das Ganze also nicht mehr so von innen heraus wie das alles mal angefangen hat sondern wirklich so ganz voraus.
00:04:32: und das ist auch besonders reizvoll, weil du mich natürlich jetzt mit ganz anderen Fragen challenged als vorher.
00:04:40: Wo eben doch viel in unserem internen Kreis – auch als wir beide noch im Kultusministerium tätig waren – in unserem internen Kreis unterwegs waren und jetzt bist du eben in einer ganz anderen Sphäre.
00:04:51: also die kreatives Phäre ist ja doch ein bisschen von der politischen entfernt und ich glaube gerade aus diesem Fast schon antagonistischen miteinander, dass wir jetzt von unseren Hintergründen her miteinander
00:05:04: haben.
00:05:05: Entstehen aber besonders furchtbare Dialoge?
00:05:08: Insofern hat dieser Podcast wirklich eine sehr entscheidende Phase meines Lebens begleitet weil ich jetzt so im Rückspiegel sagen würde spätestens im Mai zweiundzwanzig kam bei mir wirklich ne persönliche Wände die dann das hat noch ein paar Jahre gedauert da war dazu gefüttert wie du sagst ich letzten Sommer dann den Beamtenstatus an die Nagel gehängt habe.
00:05:29: Und irgendwie sage ich, lebe ich mal anders?
00:05:32: Es ist ein wilder Ritt!
00:05:34: Aber das müssen wir jetzt... Das hat mit Podcast nur bedingt zu tun aber einen Schritt in eine andere Welt, die jetzt so exzessive entsteht.
00:05:45: Also das klingt jetzt leichter als diese letzten Jahre waren und auch immer noch sind.
00:05:51: Jetzt langsam hab' ich den Eindruck zumindest die Richtung stimmt Auch wenn der Weg sicherlich noch kein asphaltierter weiterhin sein wird.
00:06:00: Aber das gehört ja zur Veränderung und zur Weiterentwicklung dazu.
00:06:05: Ja, jetzt bin
00:06:06: ich sehr gespannt, was du über mich zu sagen hast.
00:06:10: Es ist auch da, wenn auch im konkreten Inhalt aber so irgendwie in der Struktur.
00:06:16: schon, wenn ich ins Rückspiegel schaue... Bei dir auch so, dass dieser Podcast etwas mehr als vier Jahre begleitet hat wo beruflich auch sehr deutlich andere Dinge passiert sind.
00:06:29: Auch wenn du nicht aus dem System ausgestiegen bist und das an Nagel gehängt hast aber von lange Zeit Kultusminister, sehr erfolgreicher Kultussminister und dann die Legislaturwechsel und eben der Wechsel- und Sprung in einen völlig anderen Bereich der mich auch ein bisschen überrascht hat, also das Finanzressort.
00:06:51: Auch wenn wir uns sehr gut kennen.
00:06:53: aber dass du da so eine Affinität hast hätte ich irgendwie wissen können weil manchmal dachte ich dann ja warum hast denn das nicht gecheckt?
00:06:59: Der ja auch seine Interessen hat seinen Kompetenz hat auch studiert hat in dem Bereich und so.
00:07:05: Aber irgendwie habe ich das ausgeblende.
00:07:06: Du warst für mich halt der Hochschulprofessor und der der in Bildung unterwegs war CDU, Spitzenpolitiker hier in Hessen.
00:07:13: Und da warst du nicht alleine damit?
00:07:14: Das hat viele Leute überrascht
00:07:16: und das nehme ich jetzt aus dieser Vogelperspektive gefällt mir gerade irgendwie nicht so.
00:07:23: Das klingt so abgehoben irgendwie.
00:07:25: Ich schwebe sonst wo und gucke mal von oben ein bisschen drauf.
00:07:27: Aber vielleicht
00:07:28: auch der Coaching-Zonen von der Seitenlinie.
00:07:31: Ja, so ein bisschen außerhörig also nicht ganz draußen aber vielleicht auch nicht ganz drin.
00:07:36: Und dann dieser Wechsel in diesen völlig anderen, dieses andere Ressort und inzwischen ja eine sehr gute Freundschaft die bei uns gewachsen ist.
00:07:45: Und ich dann über diese Stationen so alle vierzehn Tage wo wir dann zusammensitzen und uns hier im Rahmen des Podcasts unterhalten schon mitgekriegt wie es dich verändert hat, wie du aufgeblüht bist was die Erfüllung angeht Was die Lust an der Thematik angeht.
00:08:07: Ein bisschen wie befreit, weil ich den Eindruck hatte dass du jetzt kannst du zumindest intellektuell und einfach mal Gas geben.
00:08:18: Das klingt jetzt natürlich wenn man sofort dann weiß Wenn sie diesen Unterschied macht was meinen Sie denn das es vor einer Bildung intellektual nicht herausfordernd war?
00:08:26: Das meine ich nicht.
00:08:27: Es ist aber eine gänzlich andere Welt.
00:08:30: Die bildungswelt und schule ist ein völlig anderer welt als eben die Finanzwelt.
00:08:35: Und diesen Wechsel haben wir mit dem Podcast dann irgendwie mit begleitet.
00:08:39: Ich habe allerdings auch bis heute wahrgenommen, die Arbeitsbelastung ist nochmal gestiegen – was eigentlich gar nicht möglich ist?
00:08:47: Ja, das hätte ich vorher auch noch nicht gedacht in der Tat!
00:08:51: Die Taktung hat nochmal zugenommen und das hat dich auch schon verändert, würde ich sagen.
00:08:58: Dass dieser Podcast, dass der so eine kleine Konstante wird bei solchen Veränderungen und wir ihn trotzdem weitergemacht haben.
00:09:05: Und ja auch Vorhaben weiterzumachen ist schon ne schöne verbindene Geschichte.
00:09:11: Ja würde ich auch so annehmen.
00:09:13: für mich
00:09:14: was hat sich durch diese hundert Gespräche die wir geführt haben?
00:09:21: Was hat sich bei dir verändert?
00:09:25: Ich musste mich als man dieses Format gewöhnen und das Format ist schon etwas Besonderes.
00:09:29: Und irgendwann entdeckte ich, dass dieses Formate auch in meiner solchstigen Tätigkeit eine echte Lücke füllt.
00:09:36: Ich habe das auch glaube ich schon mal an irgendeiner Stelle im Podcast beschrieben aber ich will es jetzt zur hundertsten Folge sehr gerne.
00:09:42: Das ist das einzige Format, das ich so kenne.
00:09:47: Ich hab ja schon viel ausprobiert wo man wirklich die Möglichkeit hat Im Dialog brauchen wir natürlich auch den entsprechenden Partner, aber im Dialog mal über eine halbe dreiviertel Stunde hinweg wirklich Gedanken zu einem bestimmten Thema zu entwickeln.
00:10:02: Auch mal laut zu reflektieren andere Gedanken gegen Teil haben zu lassen.
00:10:09: Wir sind ja normalerweise in der Politik.
00:10:11: Erstens ist sowieso alles heutzutage auf ganz kurze Aufmerksamkeitsspannen geeicht.
00:10:16: Ich finde es eigentlich bewunderungswürdig, dass uns Menschen nur immer eine halbe Dreiviertel Stunde am Stück zuhören.
00:10:21: wenn ich lese das sonst die durchschnittliche Aufmerksamkeits-Spanne bei TikTok irgendwie zwei Komma acht Sekunden sind und dann braucht man schon wieder einen neuen Reiz weil wir halt heute in dieser Welt so sozialisiert sind.
00:10:34: aber man hat eben auch sonst in der Politik nie diese Gelegenheit.
00:10:36: man hat seine Grußworte das sind vielleicht fünf oder zehn Minuten Man hat natürlich seine Fernseh- und sonstigen Statements.
00:10:45: Das sind dann, Glück hat, neunzig Sekunden für Social Media ist es noch weniger.
00:10:50: Wenn man überhaupt eine Möglichkeit hat mal Menschen auch an Gedankenteil haben zu lassen, wenn man wirklich irgendwo zu einer Keynote eingeladen ist, dann hat man vielleicht mal zwanzig, vielleicht wenn's hochkommt ein dreißig Minuten wo man wirklich am Stück reden kann aber da hat man keinen Dialogpartner.
00:11:05: Sondern dann ist man wirklich, dann liefert man eine Performance ab.
00:11:09: Dann macht man eine zusammenhängende Darstellung von irgendwas auch schon mit Blick auf ne Diskussion die sich aber daran anschließt den ich mit dem drin stattfindet.
00:11:17: also Man muss dann schon irgendwie so ein Art Gesamtkunstwerk präsentieren das man sich auch vorher überlegt haben muss und man kann nicht aus der Situation heraus Dinge entwickeln.
00:11:27: Das kann man allenfalls in irgendwelchen geschickt moderierten Panel-Diskussionen.
00:11:31: Aber da darf auch das Panel nicht zu groß sein oder moderat muss gut sein.
00:11:35: und ach, das sind so viele Gelingensbedingungen, die selten gegeben sind.
00:11:40: Und insofern ist das die Möglichkeit wirklich... sozusagen im Dialog mit jemand anderem Dinge zu reflektieren und gedanklich weiterzuentwickeln.
00:11:51: Und das verändert, finde ich auch die Perspektive auf Politik.
00:11:54: Also wenn ich mit dir im Podcast ein Thema durchdiskutiert habe dann komme ich immer mit einem leicht veränderten Blick auf die Dinge raus als ich reingegangen bin.
00:12:03: Das entsteht einfach durch unseren Dialog und dadurch dass sich eben selbst reflektiere.
00:12:08: Ich hab natürlich auch dazu sagen Ist ja vielleicht auch von unserer Hörerinnen und Hörern.
00:12:13: Ganz interessant, ich sitze hier nicht mit einem Skripto auch nicht!
00:12:16: Aber ich sitz hier nicht in einem Skrip-Ton nach dem Motto Ich will jetzt fünf politische Botschaften transportieren Und da muss ich zusehen dass sich die jetzt in dreißig Minuten unterbringen.
00:12:24: Sondern wir gehen da wirklich offen rein.
00:12:26: Wir wissen natürlich über welches Thema wir reden wollen.
00:12:28: Wir haben vielleicht uns drei, vier, fünf Fragen überlegt die wir diskutieren wollen also so eine gewisse ganz grobe Strukturierung.
00:12:37: aber ansonsten lassen wir uns dann auch vortragen und geben unsere Spontaneität Raum.
00:12:42: Und das ist eben dann auch etwas was Raum für Kreativität öffnet Was nicht der Fall wäre wenn man jetzt alles irgendwie bis ins kleinste vorbereitet hätte als ob ich ne Landtagsrede vorbereite.
00:12:55: Und deswegen ist das einfach was Besonderes.
00:12:57: und die Anreize, die dieser Podcast auch für mich gedanklich setzt, die kriege ich so in keinem anderen Format mit dem ich mich täglich beschäftige.
00:13:08: Wir stellen uns jetzt mal jemanden vor der als Hörer jetzt komplett neu reinfindet – in der Folge hundert!
00:13:14: Was sagst du ihm?
00:13:16: Was er in diesem Podcast finden wird?
00:13:20: Und was
00:13:20: nicht?!
00:13:21: Ich würde sagen, er findet Teilhabe an einem gedanklichen Entwicklungs- und Austauschprozess.
00:13:30: Er findet nicht sozusagen vorgefertigte Antworten auf bestimmte Fragen.
00:13:36: Deswegen also im Idealfall haben wir Hörerinnen und Hörern die einfach neugierig sind, die sich selber auch bis zum Wissen gerade von uns fort tragen lassen wollen mit ihren eigenen Gedanken für sich selber weiterführen oder wiederum im Dialog mit jemand anderem, oder gerne auch mit uns weiterentwickeln wollen.
00:13:58: Hast du manchmal auf der Strecke gedacht wir müssten vielleicht doch mehr zu spitzen dass wir dann zumindest irgendwie am Ende auch irgendwie sagen so und das ist jetzt irgendwie die unsere Sicht der Dinge und also dass wir ein bisschen weniger dem Hörer selbst überlassen was hat denn gemacht, was er gehört hat.
00:14:21: Und das Zweite hast du als zweites ab und zumal dich gefragt ob wir kontroverser sein müssten im Podcast?
00:14:28: Also mehr polarisieren in positiven Sinne.
00:14:33: Wir können ja ruhig hier auch mal offenlegen dass wir genau diese beiden Fragen schon unter uns diskutiert haben und sich auch mit dem Team was am Hintergrund steht und was uns auch so ein bisschen unterstützt bei allem was auch Bewerbung gestaltung Recherche für den podcast anbetrifft.
00:14:50: Wir haben das überlegt, weil wir dachten damit kann man sicherlich mehr Aufmerksamkeiten, damit vielleicht auch mehr Reichweite generieren.
00:14:56: Aber das ist halt nicht unser Podcast!
00:15:00: Es ist sehr schwierig kontroversen zu imitieren.
00:15:03: also dann müsste ich mich jetzt schon mit jemandem zusammensetzen der wirklich grundlegend andere Ansicht wäre aber dann würde der ganze Podcast eine ganz andere Atmosphäre bekommen.
00:15:12: gibt er diese Fälle?
00:15:14: Gregor Gysi ein Kalteodor zu Gutenberg, die sich da halt dann öffentlich kabbeln.
00:15:21: Okay das wird mit uns beiden nicht funktionieren und irgendwie genieße ich ja auch diesen Gleichklang und diese angenehme Atmosphäre, die zwischen uns herrschen.
00:15:29: Ich hoffe natürlich dass die Höhren und Höhre das auch merken und auch ein bisschen mitgenießen im Meerzuspitzen Ja aber das ist ja eigentlich.
00:15:38: Also wenn ich das schon tue, soweit ich das tue ist es ja genau das was mit diesen kurzen Statements und diesen Zitaten wie diesen O-Tönen die in einem aller Orten abverlangt werden.
00:15:46: Da versucht man ja möglichst prägnante Sätze zu formulieren, die sich irgendwie einprägen, die zitierfähig sind.
00:15:52: Das ist eigentlich gerade das Schöne am Podcast, dass man es hier nicht nötig hat.
00:15:55: Ich muss hier keinen zitierfähigen Satz produzieren weil ich erwarte ja nicht, dass jetzt jemand mithört und sich dann einen Satz rausschneidet um ihn an irgendwo anders zu reposten oder sonst irgendwie unter die Leute zu bringen sondern ich möchte ja das Menschen, die uns zuhören, herausgehen und sagen ach da habe ich aber jetzt ein interessanten Gedanken gehört und da muss ich doch jetzt nochmal oder will ich noch mal selber darüber weiter nachdenken?
00:16:21: Das ist eigentlich für mich der schönste Erfolg, wenn wir den bei unseren Hörern und Höreren erzielen können.
00:16:29: Bei welchen Themen oder bei welcher Art von Folgen hast du es besonders so empfunden?
00:16:36: Dass das fließt, das macht Spaß, das genies ich!
00:16:39: Und bei welchen war's vielleicht auch ab und zu mal eine Herausforderung für dich?
00:16:44: Also die zweite Frage kann ich jetzt gerade spontan schwer beantworten... Die vielleicht am ehesten, wenn wir halt wirklich beschlossen haben müssen es bestimmter Themen annehmen.
00:16:57: Weil sie halt politisch im Moment gerade aktuell sind aber sie nicht so.
00:17:01: meine ganz originären Themen waren und umgekehrt.
00:17:07: also die Folgen wo ich so meistens in den Flow gerate Es sind eigentlich immer die wenn ich so meine Das klingt jetzt ein bisschen hochtraben wenn ich jetzt sage so meine ganze Lebenserfahrung.
00:17:17: Aber gut in dem Alter die mich jetzt bin Da hab ich vielleicht schon mal anfangen davon zu reden, wenn ich das sozusagen in einem zusammenführen kann.
00:17:23: Also eben nicht nur... die Politik, über die ich mache.
00:17:26: Das was ich als Finanzminister gestalte oder ich als hessischer Landespolitiker und auch sie ist bei einer Kommunarpolitiker Sondern wenn ich da eben auch mein akademisches Leben mit einbringen konnte Die Dinge mit denen ich mich inhaltlich über viele Jahre hinweg beschäftigt habe Und das zusammen zu bringen sozusagen Was kann man aus meiner Beschäftigung?
00:17:45: Mit Philosophie mit Juristerei mit internationalen Beziehungen?
00:17:49: Was kann ich daraus von meinem politisches leben ableiten?
00:17:51: und umgekehrt?
00:17:53: die Folgen, wo ich jedenfalls am meisten nur am schnellsten geredet habe.
00:17:57: Ob das dann immer die besten Folgen waren?
00:17:59: Das müssen die höheren und höherer
00:18:00: Beurteilen.".
00:18:01: Das ist ja auch eine Wertung, die sowieso nur jeder für sich selber sagt – was findet er jetzt am besten oder nicht?
00:18:06: Aber du selbst darfst es natürlich für dich sagen!
00:18:09: Jetzt hast Du doch vielleicht implizit in den anderen Teil der Frage beantwortet also die Themen, die Du jetzt nicht meinst sind dann die größeren Herausforderungen für Dich
00:18:20: gewesen?".
00:18:21: Ja, also wie gesagt immer wenn ich nicht zu die verschiedenen Dimensionen untereinander zur Deckung oder zum Austausch bringen kann.
00:18:29: Frag mich doch mal was für mich eine Herausforderung war!
00:18:31: Ja gerne, erzähl
00:18:33: mal.
00:18:34: Interessanterweise genau die, die du so gut findest.
00:18:40: Gar nicht weil die mir keine Freude gemacht haben oder weil ich dann an den Themen keine Freuden hatte.
00:18:47: es ist immer in der Herausforderung dich aus deinem ... Flow zu holen.
00:18:53: Wenn du dann sagst, jetzt aber meine ganze Power und... Jetzt das ganze Training als Politiker ohne dass du so habe ich dich nie wahrgenommen und natürlich schaue ich mit einer Brille auf dich.
00:19:07: Das ist keine kritisch sonst wie distanzierte Haltung.
00:19:13: Trotzdem hab' dich nie als Politicker wahrgenommen der nur seine Art umsch- abspult und gar nicht mehr mitkriegt, ob da ein Mensch vor ihm sitzt oder nicht.
00:19:22: Hauptsache er kann das irgendwie gut darstellen.
00:19:25: aber ganz frei bist du davon nicht?
00:19:27: Das ist das Training!
00:19:28: Das ist deine Welt.
00:19:29: Klar, das ist Deformation professionell, ganz klar.
00:19:32: Und das ist auch der Punkt an dem sich mein ziviles Vorleben also mein akademischer Beruf und jetzt der politische Beruf ja irgendwo schon auch entlang ähnlicher Linien bewegen.
00:19:41: Weil als Professor bist du natürlich auch immer gefordert, irgendeine Form von Performance zu liefern.
00:19:46: Irgendwie interessante Lehrveranstaltungen für deine Studierenden zu halten und als Politiker musst du das gleiche eben vor eine breitere Öffentlichkeit machen.
00:19:56: Der Unterschied liegt tatsächlich in den Formaten weil in der Vorlesung habe ich mal minimum forty-fünf Minuten vielleicht auch neunzig.
00:20:01: okay da bleiben jetzt nicht alle Studierende die komplette Zeit voll konzentriert dabei.
00:20:06: aber das ist natürlich trotzdem etwas ganz anderes als diese Kurzformate an dem man sich als Politicker gewöhnen muss.
00:20:11: Was ich auch noch als eine Herausforderung nach wie vor betrachte, ist wirklich die Entscheidung für die Themen aus anderen Gründen.
00:20:20: Weil ich es extrem herausfordernd finde nicht in das zu verfallen was wir gar nicht bedienen können.
00:20:27: Wir können nicht die kritischen sein Die aktuelle Ereignisse so detailliert begleiten Nicht weil wir nicht kritisch sein können Sondern weil wir einfach gar nicht die Kapazitäten haben Dass wir jetzt irgendwie wie andere Podcast politische Journalisten oder so weiter jetzt wirklich dem nachgehen, was es waren und wie passiert.
00:20:49: Wo hat wer etwas nicht gesagt?
00:20:51: Und also das, was oft ja ein Mehrwert ist wenn man dann einfach hört, was ist da eigentlich wirklich gerade passiert weil die und die Entscheidung gefallen ist aber man nicht ganz versteht wieso eigentlich Und gleichzeitig wir ja auch nicht in dieses polarisierende Wollen.
00:21:05: Immer mit dem Blick natürlich die Leute, die das sich anhören sollen was davon haben wenn uns das Spaß macht ist das toll weil sonst würden wir es auch nicht tun aber es ist ja kein Selbstweg.
00:21:14: Ja aber das ist vielleicht doch das was unseren Podcast also hoffe ich doch von vielen anderen abhebt und damit auch irgendwo besonders macht.
00:21:23: Also klar erstens ist ein podcast unter Freunden Das geht nicht nur für uns beide, sondern das geht auch für die Gäste, die wir einladen.
00:21:30: Es ist damit natürlich auch ein Podcast der von einer politischen Familie her klar verortet ist.
00:21:35: Wir bekennen uns als Christdemokraten was nicht heißt dass wir jetzt immer die offizielle Parteilinie nachbeten würden.
00:21:41: aber es ist natürlich klar das unsere weltanschauliche Verankerung und von der wollen wir uns auch nicht lösen und die scheint natürlich auch in diesem podcast immer durch.
00:21:52: Das muss man wissen, das legen wir auch immer offen und darauf muss man sich einstellen.
00:21:58: Kann man sich daran abarbeiten oder kann es als eigene Bestätigung nehmen?
00:22:01: Das überlassen wir dann auch wieder um jedem der hier gerne deswegen zuhört.
00:22:06: Und ja ich verfüge an den seltensten Stellen über überlegenes Wissen.
00:22:10: Also wenn ich jetzt nicht gerade über hessische Finanzpolitik rede, dann schon.
00:22:13: Aber damit wollen wir ja nicht jeden Podcast bestreiten.
00:22:17: Ich verfüge aber was die Geschehene in Berlin oder der Welt angeht, nicht über überlegende Einsichten im Sinne von geheimem Faktenwissen.
00:22:26: Vieles, wo wir uns unterhalten habe auch noch die Zeitung gelesen und mich halt mit Leuten unterhalten, die vielleicht ein bisschen näher dran waren.
00:22:34: Ich glaube das Besondere ist, ja ich bin für viele diese Dinge auch nur Kommentator.
00:22:40: Aber halt doch natürlich ein Kommentator der jetzt schon sehr lange in dieser politischen Welt tätig ist und damit eben auch was anderes als jetzt ein Journalist oder einen Wissenschaftler oder ein sonstiger Experte der von irgendwo drauf schaut sondern ja ich komme schon aus dieser Welt ich kann mich bis zum gewissen gerade auch außerhalb dieser Welt stellen.
00:23:01: aber ich bringe auch diese speziellen Einsichten über diese Mechanismen, die am Ende auf allen politischen Ebenen gleich sind.
00:23:08: Das bringe ich halt mit und deswegen ist meine Einordnung auch von Geschehnissen, auch wenn ich darüber kein überlegendes Faktenwissen verfüge.
00:23:15: aber trotzdem ist meiner Einordnung wahrscheinlich anders als die von Menschen, die eben ganz von außen drauf
00:23:21: schauen.
00:23:22: Und das ist ein Punkt der für mich so einen Riesengewinn ist um dass das ganze geschehen die ganze Dynamik irgendwie besser zu verstehen weil mich treibt Ich möchte irgendwie verstehen, was passiert.
00:23:34: Nicht jedes Detail und jedes Geheimwissen und nicht weil ich dann die bin, die irgendwie mehr Ahnung hat als andere sondern ich möchte einfach verstehen, wie wirkt und was wie zusammenhängt.
00:23:45: Und da ist der besondere Reiz natürlich in dir einen Menschen in meinem Leben zu haben, der da die Innsicht hat und trotzdem aus unterschiedlichsten Gründen nicht der klassische Kern Standardpolitiker ist.
00:24:00: Ich habe mich auch mit vielen Fragen, die wir hier thematisieren.
00:24:02: Habe ich mich ja wirklich beispielsweise schon als Professor beschäftigt?
00:24:07: Wenn es eben vor allem um philosophisch- juristische internationale Fragestellungen geht und ich hab mir selbst gemerkt dass einfach die politische Erfahrung über die Jahre hinweg meine Perspektive da auch verändert hat.
00:24:19: Ich habe jetzt die akademisch wissenschaftliche Perspektiven nicht verloren aber ich habe doch gemerkt dass die auch in gewisser Weise eindimensional ist, so wie die rein politische Perspektive auch eindimensional sein mag und andere Perspektiven genauso.
00:24:34: Und wenn man die aber übereinander legt dann werden sie eben bei mindestens zweidimensional.
00:24:38: Das ist einfach eine andere Blick auf die Dinge.
00:24:42: Auch ich schaue heute – ich merke das ja auch zum Beispiel nicht dann doch noch an meiner Uni Vorlesungen halte.
00:24:47: also die Vorlesung, die ich heute halte Gehen auch mit denselben Stoff, wie damals als ich nur Professor war und noch ohne politische Erfahrung.
00:24:53: Aber es sind trotzdem ganz andere Veranstaltungen weil ich erzähle zwar das gleiche, die Rüsterei, die Richtsentscheidung und die Paragrafen bleiben ja gleich.
00:25:03: Ich erzähle das Gleiche aus einer völlig anderen Perspektive als früher Und das ist ja auch das, wo ich bei den Studierungen hoffe.
00:25:12: Dass es für die was besonderes ist und dass sie deswegen ihren Spaß daran haben.
00:25:15: Ich habe jetzt auch schon der zwanzig Anmeldung für das neue Blog Seminar dieses Jahr aber für mich selber ist das auch eine Bereicherung.
00:25:23: Wie frei kannst du hier in so einem Podcast sprechen?
00:25:27: Also ich glaube schon freier als man vielleicht erwarten würde von jemandem, der in einem solchen Amt ist wie ich.
00:25:37: Aber klar ganz kann ich mich von den Begrenzungen nicht lösen weil mein Sozialminister ein öffentlicher Podcast und jemand dazu sagt oder hessische Finanzminister hat aber öffentlich erklärt das.
00:25:48: Und das sind eben Dinge einen eklatanten Widerspruch zum Beispiel.
00:25:55: Jetzt nehmen wir es mal wieder um Bundesvorstand der CDU Deutschland.
00:25:58: Sollte jetzt eigentlich ein eklatanter Widerspruch zu meinen Bundesvorsitzenden setzen würde Da muss ich zumindest zweimal drüber nachdenken, ob ich das jetzt wirklich will.
00:26:05: Weil ich immer damit rechnen muss dass jemand es auch rauszieht und daraus eine Schlagzeile macht.
00:26:11: Und insofern gibt es bestimmte Dinge wo ich vielleicht zweimal darüber nachdenke nach dem Motto willst du das wirklich sagen?
00:26:20: Immer mit den Gedanken im Hinterkopf Das könnte je nachdem wie du es formulierst morgen noch an der Bildzeitung stehen.
00:26:27: Aber das ist glaube ich wirklich Da ich ja nur meine Allerregel mit dem sehr gut leben kann, was auch mein Bundesvorsitzender und was meine Partei machen.
00:26:36: Sonst wäre ich ja nicht dabei.
00:26:38: Ist das eine Situation die verhältnismäßig selten auftritt?
00:26:42: Und selbst dann ist man vielleicht halt nicht ganz so deutlich aber zumindest andeutungsweise sagen da, ich sehe das hier ein bisschen anders und die CDU ist ja auch ein großer Tiergarten und wir sind ein weites Spektrum von Meinungen dass bei uns vertrieben wird.
00:26:59: Ich habe keine Probleme in diesem Spektrum drin zu bleiben, aber mich immer wieder neu zu verorten.
00:27:03: Es hat ja auch was mit Loyalität zu tun.
00:27:06: Wisse Dinge gehören sich einfach nicht weil sie irgendwie knegemäßig sich nicht gehören sondern weil das einfach kein anständiger Umgang miteinander ist.
00:27:14: und dass es halt dann wiederum die andere Seite der Facette.
00:27:16: man kann sich nicht mehr mit dem Insider unterhalten ohne sich mit einem Insider zu unterhalten.
00:27:19: Das
00:27:20: ist der Punkt natürlich.
00:27:21: wenn's über das Innenleben unserer Landesregierung geht dann ist natürlich ganz ausgeprägt klar da kann ich bestimmte Dinge auch einfach sozusagen nicht ausplaudern, die eben nicht ausgeplaudert werden sollten.
00:27:33: Das gehört zum Innenleben einer Regierung dazu und das ist das was der Juristen oder Verfassungsrecht als den Kernbereich der Exekutive bezeichnen und wo ich aber weitergegen erklären würde.
00:27:44: Politik braucht also bei aller Transparenz in der Demokratie notwendig ist und ja am Ende muss alles auf den Tisch damit sich die Menschen wirklich Vollerkenntnis der Sachlage entscheiden können, von wem sie wie mit welcher Zielsetzung weiterregiert werden wollen.
00:28:01: Das ist der Sinn von Wahlen.
00:28:02: Also am Ende muss alles offen auf den Tisch.
00:28:05: aber der Prozess wie man dahin kommt beispielsweise eine bestimmte Entscheidung zu treffen, ein bestimmtes Statement zu formulieren und eine bestimmten politische Linie zu vertreten da braucht man auch seine Freiräume in dem Sinn, dass man auch mal Dinge miteinander entwickeln können muss.
00:28:28: Eben ohne das die Öffentlichkeit direkt zuschaut und wie das heutzutage leider Gottes der Fall ist aus jedem Satz irgendwie... in Beschlagzeile machen kann, auch gerne unter Entkontextualisierung.
00:28:42: Also sprich aus dem Zusammenhang reißen.
00:28:44: Da muss man halt heute so unglaublich vorsichtig sein und deswegen braucht Politik ihre geschützten Räume um Positionen zu entwickeln.
00:28:54: allerdings müssen diese Positionen dann auch mit voller Transparenz nach außen vertreten werden.
00:28:58: nur erst mal muss man sie halt entwickeln.
00:29:01: Was denkst du?
00:29:01: Warum machen so wenig Politikerinnen und Politiker eigene Podcasts?
00:29:07: Na ja, mal ganz schlicht betrachtet.
00:29:09: Das ist ziemlich aufwendig!
00:29:11: Ich meine wir sitzen hier auch immer also ein zwei Stunden Minimum zusammen damit so einen Podcast rauskommt.
00:29:18: man braucht wie gesagt natürlich auch irgendwo den kongenialen Partner mit dem man das mit ihm auch Spaß hat das zu machen und mit dem er das professionell gestalten kann.
00:29:27: Also diese Möglichkeiten sind einfach nicht gegeben.
00:29:33: Ich habe ja vorhin beschrieben, was mir in diesem Format so besonders gefällt.
00:29:36: Aber das ist vielleicht gerade etwas, was jemand anderen nicht gefällt und dann gibt es genügend andere Formate, in denen man sich austoben kann.
00:29:45: Der Aufwand – und das ist ein Punkt, weshalb ich eigentlich immer noch nicht glauben kann, dass wir so lange durchgehalten haben weil ich hätte mich jemand aufgefordert dazu was zu sagen.
00:29:55: Ich hätte nicht geglaubt, dass du mit deinem Kalender so eine Taktung aufrechterhalten kannst!
00:30:01: Das erstaunt mich auch jedes Mal wieder aufs Neue.
00:30:03: Aber es ist natürlich auch ein Kompliment an mein Team im Büro, dass das immer irgendwie hinkriegt.
00:30:08: Und ein Dankeschön an deine Flexibilität, dass du – das kann man ja auch mal sagen – sehr oft auch sehr kurzfristig nochmal Dinge umlegen oder dich zeitlich anpassen musst?
00:30:21: Das sind so die einen, wenn ich an unsere Gäste denke, da gab's in den vier Jahren die eine oder andere Situationen, die mir Leid getan hat weil wir dann natürlich bei Gästen manchmal Grenze der Zumutbarkeit überschritten haben und ich jedes Verständnis habe, dass jemand diese Dynamik nicht kennt oder sagt das ist mir schon klar.
00:30:41: Aber was hat das mit mir zu tun?
00:30:43: Da kann ich jeden verstehen.
00:30:44: Deswegen auch ein ganz herzliches Dankeschönes.
00:30:46: Gut, dass wir bei der Gelegenheit mal drüber reden aber dafür ist die hundertste Folge ja auch da.
00:30:50: Ganz herzliches Danke schön auch an unsere Gäste Edi Das darf man ja auch mal sagen für ihre Teilnahme diesen Podcast hier nichts bekommen Außer warmem Händedruck und wenn es hochkommt, vielleicht ein Abendessen.
00:31:02: Aber wir zahlen hier eher keine Honorar oder dergleichen.
00:31:05: also die sind alle freiwillig hier aus Freude, aus innerer Verbundenheit.
00:31:10: Und ja und opfern eben auch viel Zeit und zeigen manchmal auch viel Flexibilität und die haben zum großen Teil also genauso dicht getaktete Terminkalender.
00:31:21: Also danke schön euch allen die ihr schon mit mir zusammengesessen habt dass wir das aufnehmen konnten und ich hoffe dass ich das in Zukunft auch noch über viele weitere sagen
00:31:31: kann.
00:31:32: Gibt es etwas was dir in Erinnerung ist?
00:31:36: Der Gast, da hab ich dann plötzlich was verstanden oder da habe ich etwas anders gesehen als vorher.
00:31:42: Und damit fordere ich dich jetzt nicht auf wenn du diesen Unterschied machst dass das dann bedeutet bei den anderen nicht?
00:31:47: Nee, das kann man ja auch ganz einfach beantworten.
00:31:51: Das ist natürlich die dritte Kategorie weil ich sage mal den Freunden aus der Partei, da saß ich halt oder sitze sich eigentlich wirklich immer mit politischen Freunden zusammen Die ich auch schon kenne, deren Ansicht nicht natürlich auch irgendwo kenne.
00:32:06: Wo ich sage die sind so spannend dass sich auch möchte das sie ein noch größeres Publikum finden aber wo wir natürlich schon im Kern Gespräche hier für die Öffentlichkeit im Podcast weiterführen, die wir an anderer Stelle in Gremien oder mal beim Bier oder so auch schon mal geführt oder zumindest angefangen haben Und das gilt im Kern auch für die Menschen, die wir hier aus der Wiesbander Stadtgesellschaft dazu geholt haben.
00:32:31: Die dritte Gruppe – da waren Menschen dabei, die habe ich nie zuvor getroffen und wir haben Themen geredet mit denen ich mich zuvor auch niemals wirklich intensiv beschäftigt habe meistens aufgrund irgendeiner Veröffentlichungen oder weil wir sie empfohlen bekommen haben, einfach spannend fanden.
00:32:49: Und wo gesagt man es probieren wir jetzt mal aus und klar das hat natürlich dann immer auch für mich selbst den größten Neuigkeitswert.
00:32:56: Schaust du nach diesen etwas mehr als vier Jahren Podcast anders als auf Politik als zu Beginn?
00:33:05: Mit Sicherheit ja aber das wäre jetzt zu viel verlangt das gezielt auf dem Podcast zurückzuführen.
00:33:13: ich habe einfach in diesen vier Jahren auch politisch viel erlebt.
00:33:18: Wir haben schon den Amtswechsel angesprochen, ich meine betrachte die Welt jetzt aus einer ganz anderen politischen Perspektive einfach weil ich jetzt ein völlig anderes Ressort bearbeite.
00:33:28: und dann hat sich ja auch die Welt in diesen Vierjahren so unglaublich entwickelt.
00:33:32: wenn man sich vorstellt, der Februar zwanzig das war sechs Tage vor dem russischen Angriff auf die Ukraine In dem Moment, wo wir diesen ersten Podcast miteinander gemacht haben, hätte sich keiner von uns vorstellen können dass wir sechs Tage später einen Angriffskrieg mit in Europa haben.
00:33:51: Das war eine der größten Erschütterungen finde ich auch meines politischen Lebens in diesen Jahren und seitdem haben wir ja noch sehr viel mehr erlebt Noch immer die ausgehende Pandemie und die Risse jetzt auch im transatlantischen Verhältnis.
00:34:12: Die ganzen Geschehnisse im nahen und mittleren Osten, ja von dem Massaker der Hamas bis zum Krieg am Persischen Golf.
00:34:21: also es ist einfach so viel passiert und es sind auch so viele Verwerfungen eingetreten.
00:34:27: Wir haben ja schon mal das Bild gebraucht, dass wir im Moment wirklich auf einem Segelschiff durch Troßenden Sturm segeln und man hat einen Moment nicht viel mehr tun kann als irgendwie die Segel zu reffen und das Steuer festzuhalten und so hoffen, dass das Schiff nicht auseinanderbricht.
00:34:49: Das war vor ein paar Jahren noch anders.
00:34:51: Wir haben das auch schon ein paar Mal diskutiert, also bis zum Beginn der Corona-Pandemie hatten wir das Gefühl, wir leben in der besten aller Welten und wir lichten ja wirklich auf einer Art Insel der Seligen wo alles sich irgendwie zu fügen schien.
00:35:04: Und wie gesagt, das war zwanzigundzwanzig schon anders durch die Pandemie Aber es hat sich seither doch noch sehr viel mehr entwickelt und das ist alles nur sehr viel krisenhafter zugespitzt.
00:35:15: Und das macht natürlich was mit einem, auch gerade wenn man die ganze Zeit beruflich damit beschäftigt ist, sich dann diese Krisen zu bewältigen.
00:35:23: Ich meine als Kultusminister war für mich die Corona-Pandemie auch das Schlimmste, was ich jetzt in meinem ganzen Leben mitgemacht habe.
00:35:30: Das brauche ich aber wirklich nicht nochmal.
00:35:33: Und auch die Entscheidungen, die man dazu treffen hatte, aber auch jetzt als Finanzminister mitten all diese Krisen, dieser angespannten Haushaltslage in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation.
00:35:43: Mit den kaputten Lieferketten die Momente global existieren mit den Herausforderungen von allen Seiten also das ist schon ja bin ich ein grundoptimistischer Mensch und ich glaube auch nach wie vor daran werden das alles hinkriegen.
00:35:59: aber manchmal dann mischt man sich schon so den Schweiß von der Stirn und denkt, oh Mann.
00:36:05: Also wenn der Wählengang mal ein bisschen nachlassen würde wäre es auch immer wieder schön.
00:36:10: Und schaust du dadurch anders auf Politik?
00:36:12: Und wenn ja wie?
00:36:14: Politik ist ein sehr ernsthaftes Geschäft.
00:36:18: Das gerät manchmal in Vergessenheit weil heutzutage im Zeitalter eben von was weiß ich Social Media Tiktok und allem möglichen Verballhornungen, auch gerade natürlich durch die Möglichkeiten des Internets.
00:36:34: Da hat man schon das Gefühl es ist alles irgendwie so komische Figuren und eine komische Veranstaltung.
00:36:39: aber in Wirklichkeit gilt noch immer der Satz den Napoleon glaube ich damals geprägt hat im Gespräch mit Goethe Als die beiden anfingen, über das Schicksal zu philosophieren.
00:36:50: und Napoleon irgendwann sagt da Schicksale Monsieur Goethe.
00:36:54: Die Politik ist das Schicksal ja ist sie auch Und alle die Menschen wie von politischer Entscheidung noch viel unmittelbarer betroffen sind.
00:37:01: nehmen wir die ukraine Die menschen die denen der krieg ihre existenzgrundlage genommen hat ihrer heimat verlassen mussten die vielleicht fürs Leben gezeichnet, verstümmelt sind durch irgendwelche Granateinschläge.
00:37:17: In dir hab und gut verloren haben Familienangehörige oder die schlicht und ergreifend selbst gestorben sind.
00:37:23: Ja das sieht man.
00:37:24: da geht es wenn Dinge politisch in die falsche Richtung laufen und Krieg ist so das schlimmste was passieren kann.
00:37:34: dann merkt man dann verblasst alles andere bestimmt Politik wirklich das Leben in einer zutiefst existenziellen Art und Weise.
00:37:44: Und das ist etwas, glaube ich was uns mich eingeschlossen so in diesen guten Jahren als für eigentlich die schwierigste Frage, die wir hatten war wie verteilen wir denn jetzt das ganze zusätzliche Geld?
00:37:56: Und wir keine wirklich existenziell Sorgen hatten was da vielleicht etwas aus dem Blick geraten ist.
00:38:02: Aber jetzt sind alle diese existenziellen Sorgen und Bedrohungen, stehen ja jedem von uns unmittelbar täglich vor Augen?
00:38:09: Wenn wir auf die Politik schauen und dann auf die Zukunft ... Von was darf es mehr geben, von was darf das weniger geben?
00:38:18: Von der Art wie Politik bei uns gelebt wird!
00:38:21: Was ist deine Sicht?
00:38:23: Was darf es mir
00:38:24: geben?!
00:38:25: Was darf bitte weniger
00:38:26: geben!?
00:38:27: Na ja, das bringt uns jetzt natürlich zu etwas zurück.
00:38:30: Was wir auch schon aus verschiedenen Perspektiven oft hier thematisiert haben, wo ich mich auch dazu bekenne.
00:38:35: Ich bin einfach ein sehr rationaler, man könnte sagen einen Kopfgesteuertem Mensch.
00:38:41: Deswegen fühle ich mich in diesem Ressort mit Zahlen-Datenfakten sowohl und ich glaube auch ehrlich gesagt daran, Politik ohne Emotionen ist nicht gut.
00:38:55: Wir sind emotionale Wesen, wir müssen auch mitgenommen werden.
00:38:58: Wir brauchen Empathie-Auten gerade in der Politik.
00:39:02: und trotzdem glaube ich so ein bisschen mehr vernunftgemäße Steuerung und ein bisschen weniger Empörungskultur und eine bisschen mehr langfristige Perspektive und weniger ebenso kurzfristiger Aufgeregtheiten das täte der Politik.
00:39:25: Ich würde mir wünschen, nein ich wünsche mir dass wir in den nächsten Jahren andere Kommunikationsräume entdecken als die, die wir haben.
00:39:34: Weil ich immer mehr denke, ich will nicht diese Empörungs-Talkshows mehr!
00:39:39: Ich möchte nicht mehr ausschließlich das Angebot haben, dass da Journalisten und Moderatoren wer auch immer mit dem Auftrag der ja völlig legitim ist aber mit dem auftrag unterwegs ist, ich nagel dich jetzt so richtig an die Wand wenn ich kann.
00:39:54: heute was anderes erzählt als gestern.
00:39:56: Ich zeig dir, dass du irgendwie keine Ahnung hast von dem, was du da
00:40:00: tust.".
00:40:00: Das braucht es sicherlich auch in unserer Welt noch mag sein aber ich möchte das nicht mehr.
00:40:05: Das bringt mich nicht weiter oder ab und zu mal zur Belustigung.
00:40:09: Ich möchte aber auch nicht diese Selbstdarstellungsgeschichten die es ansonsten halt gibt Und das, was ich dann irgendwie denke.
00:40:17: Wo gibt's diese Räume?
00:40:18: Wo man sich... wo man wirklich irgendwie einen Eindruck bekommt wie tickt jemand!
00:40:22: Wie denkt jemand über die
00:40:24: Welt?!
00:40:24: Wie denkt er über Menschen?
00:40:27: Ob fachlich kompetent ist, kriegt man schon mit.
00:40:29: aber wer hat da irgendwie unser Vertrauen oder will es gerne haben?
00:40:35: und wie kriege ich ein Bild von ihm in unserer medialen Welt?
00:40:38: Das fehlt mir und davon darf es irgendwie gerne mehr geben.
00:40:42: Wir sagen, lass uns doch die nächsten hundert Folgen daran arbeiten.
00:40:47: Das war ein sehr schönes Schlusswort und ein Schlusswort das wie früher Marcel Reich-Renitz geht zu sagen pflegte also den Vorhang zu und alle Fragen offen.
00:40:58: nein nicht alle fragen offen aber genug Fragen offen um uns auch die nächsten Hundert folgen zu beschäftigen.
00:41:03: Du
00:41:03: hast das betroffen absichtlich weggelassen dass er dann immer sagt?
00:41:09: Wir sitzen jetzt um das Bild, der Vorhang fällt für heute.
00:41:13: Aber es bleibt mir gesagt genug offene Fragen für die nächsten hundert Folgen übrig und wir hoffen dass sie ihr liebe Hörerinnen und Hörern Auch wenn wir jetzt heute nicht so viel inhaltlich über Politik gesprochen haben, wir versprechen es wird bei der nächsten Folge wieder anders.
00:41:29: Aber dass diese kleine Reflexion an das Sicht des hundertsten Jubiläums sie und euch vielleicht doch animiert hat uns auch weiter auf unserem Weg zu folgen, das wurde uns jedenfalls sehr
00:41:38: froh.
00:41:39: Dann auf die nächsten Hundert!
00:41:41: Und wir danken fürs Zuhören bleibt uns gewogen.
00:41:45: Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir eine treue Community haben Und wir wünschen jetzt einfach bis zur nächsten dann wieder mehr oder weniger normalen Folge.
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